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wo die zwei wichtigsten Hauptrichtungen der Metaphysik auseinandergehen,
indem die Einen die Vielheit, die Andern die Einheit
des metaphysischen Grundprincips behaupten. Unterwerfen wir,
da wir bei der Betrachtung des wichtigsten Stimmführers der Letzteren
stehen , die Sache , aus welcher folgen soll, es gebe nur
eine einzige Substanz , einer näheren Untersuchung.
Spinoza, nach Art der Geometer, schickt seiner Ethik eine
Anzahl Definitionen und Axiome voraus, aus welchen er das Nachfolgende
demonstrirt. In Lehrbüchern der Geometrie pflegten dieselben
gewöhnlich leichtfertig behandelt und geprüft zu werden,
denn es ist eine Untugend derselben, wie der Mathematik überhaupt,
das Philosophische an ihr nur obenhin abzumachen. Dennoch bringt
diese Vernachlässigung dem Mathematiker in der Regel wenig
Schaden , weil er an der Anschauung der Figur in der Geometrie,
an der Erfahrung in der Analysis einen Probirstein für seinen Calcul
findet, mag die logische Grundlage desselben wie immer beschaffen
sein; der Philosoph aber, der die Methode des Geometers
und des Mathematikers überhaupt nachahmt, entbehrt dieses Vortheils
und er bedarf desshalb einer verdoppelten Aufmerksamkeit
sogleich in den ersten Begriffserklärungen und unbewiesenen Sätzen.
Die Axiome Spinoza’s sind beinahe durchgehends von der Art, dass
eine aufmerksame Kritik schon an ihnen gar Manches auszusetzen
fände. Er behauptet ax. I., dass Alles, was ist , entweder in sich
(in se) oder in einem andern (in alio) sei. Dies können wir gelten
lassen. Weniger deutlich ist schon ax. 24, dass Alles, was nicht
durch ein Anderes begriffen (concipi) werde, durch sich begriffen
werden müsse, durch die Unentschiedenheit des Wortes (concipi),
welches bald auf einen blossen Begriff, bald auf einen wirklichen Gegenstand
bezogen werden kann. Für falsch möchten wir ax. 4. erklären,
dass die Erkenntniss derWirkung abhänge von der Erkenntniss der
Ursache und dieselbe einschliesse, da vielmehr wie jedem Naturkundigen
bekannt, viel öfter das Umgekehrte stattfindet, und aus der Wirkung
die Ursache erkannt wird. Unklar ist endlich auch ax. 5, wonach
Alles, was nichts mit einander gemein hat, auch nicht durch einander
wechselseitig begriffen werden (intelligi) könne, es ganz unbestimmt
bleibt, was unter dem Worte „gemein haben” (commune habere)
verstanden sei. Indess wollen wir diese Sätze fürs Erste gelten
lassen, um sie einer spätem Prüfung aufzusparen, welche be-24
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