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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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essenliam  exprimit,  necessario  existit”;  und  inprop.  XIV:  „praeter
Deum  nulla  dari  neque  concipi  potent  substantia”;  es  gibt  überhaupt ­
  nur  eine  Substanz  und  das  ist  Gott;  und  wie  es  in  der  folgenden ­
  Proposition  heisst:  „Quicquid  est,  in  Deo  est,  et  nihil
sine  Deo  esse  neque  concipi  potest”.  Dieses  in  Deo  esse  ,  ist  der
so  sehr  berüchtigte  Pantheismus  Spinoza’s,  denn  wenn  Alles  was
ist,  in  Gott  ist,  und  Nichts  ist,  was  nicht  Gott  ist,  so
ist  Alles  Gott;  Behauptungen  ,  welche  nicht  verfehlt  haben,
zu  den  gröbsten  Missdeutungen  Anlass  zu  geben,  von  deren
Beförderung  Spinoza’s  wahrhaft  zu  begeistert  religiöses  Gemüth
gewiss  selbst  am  weitesten  entfernt  war.  Zugleich  enthalten
aber  diese  wenigen  Sätze  schon  den  Keim  und  Kern  alles  Folgenden;
denn  est  ist  sodann  nur  eine  nothwendige  Consequenz,  dass,  da
nichts  ausser  Gott  existirt,  und  Alles  was  ist,  i  n  Gott  ist,  auch
die  sogenannten  endlichen  Dinge,  die  natura  naxurata,  nichts  sind
und  sein  können  als  Modilicationen  der  Gottheit,  und  zwar  Modilicationen
  ihrer  unendlich  vielen  und  unendlichen  Attribute  in  unendlicher ­
  Menge  und  auf  unendlich  verschiedene  Weise;  dass  sonach
die  Welt  wesentlich  Gott  selbst  (natura  naturans),  aber  nur  der
explicirte  mannigfaltig  gewordene  Gott  sei,  der  sich  auf  unendlich
vielfältige  Weise  kundgibt,  oder  um  einen  Ausdruck  der  modernen
Philosophie  zu  gebrauchen,  bei  welcher  an  die  Stelle  der  Substanz
nur  das  Absolute  oder  die  logische  Idee  tritt,  und  deren  Resultate ­
  die  Verwandtschaft  Spinoza’s  nirgends  verleugnen  —  es  ist  nur
die  nothwendige  Consequenz,  dass  die  Welt  „die  sich  selbst  äusserlich
  gewordene  Gottheit”  sei.
Dieser  Hauptlehrsatz  Spinoza’s  ist  es  vornehmlich,  welcher  Allen ­
  Denjenigen  Anstoss  geben  muss,  welche  sich  die  unendliche,  von
Spinoza  selbst  nicht  geleugnete  Mannigfaltigkeit  der  besondern  Dinge
wohl  als  eine  collective  Allheit,  aber  keineswegs  als  die  bloss  vervielfältigte ­
  Strahlenbrechung  einer  intensiven  Einheit  zu  denken
vermögen.  Herbart’s  treffendes  Wort:  wo  ein  anderer  Schein  vorhanden ­
  sei,  da  deute  er  nothvvendig  auch  auf  ein  anderes  Sein,
dient  diesen  selbst  dann  zur  Abwehr  ,  wenn,  wie  die  Monisten  behaupten ­
  ,  die  Mannigfaltigkeit  lediglich  den  Schein  ,  die  Einheit
das  Sein  trifft.  Denn  sie  werden  noch  immer  fragen,  woher  jene
Mannigfaltigkeit  des  Scheins,  wenn  darunter  ein  einziges,  aller
Vielheit  entbehrendes  Sein  zum  Grunde  liegt  ?  Hier  ist  der  Punct
            
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