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ist gerade dieselbe , welche jeden logischen Kopf, also jeden guten
, am meisten befriedigt und auch diejenigen zu fesseln vermag,
denen Speculation und Traum sonst gleichbedeutende Dinge sind.
Die Euklidische Geometrie steht seit dem Ende ihres Stifters bewundert
und unerschüttert da , und es gilt für das Ideal der Wissenschaftlichkeit
sich ihrer Form und Folgerichtigkeit wenigstens
anzunähern. Dieses nicht zu vermögen, ist der stärkste und häufigste
Vorwurf, den die sogenannten eracten Wissenschaften gegen die
Philosophie zu erheben pflegen, welche ihrer Objectivität gegenüber
als ein Gewirre einander widerstreitender Meinungen und subjectiver
Ansichten erscheint. Die Methode der Geometrie oder der
Mathematik überhaupt zu adoptiren muss daher als die wirksamste
Empfehlung eines Systems für Alle erscheinen, die ein strenges
und consequentes Denken auch in der Philosophie am Platze sehen
wollen. Die moderne Philosophie , in allem eine Enkelin Spinoza’s
hat sich eine gleiche Empfehlung durch Erfindung einer untrüglichen
dialektischen Methode zu sichern gehofft, nicht ohne damit
gerade bei jenen auf den härtesten Widerstand zu stossen, denen
die mathematische Methode das grösste Vertrauen einflösste.
Ein eigenthümlicher Sauber scheint in der geometrischen Demonstrationsart
Spinoza’s zu liegen, der trotz der so trockenen
Darstellung den Leser kaum zur Besinnung kommen lässt, und
ihn, wenn er einmal in ihre magischen Kreise eingetreten ist,
unaufhaltsam wie der Gesang des Tannhäusers mit sich fortreisst,
bis er beim Erwachen-in jenem verrufenen Venusberge sich findet,
dem die Wissenschaft den Namen: Pantheismus gibt. Grosse,
lichtvolle Köpfe, wie Lessing, haben von dem Reiz dieser
strengen Consequenz sich einnehmen lassen, und das harte Urtheil,
das Leibnitz über Spinoza fällte, beweist nur, dass er
dessen Resultate verdammte, nicht aber, dass er dessen Art
zu beweisen zu gering geschätzt habe. Weit entfernt der Vergessenheit
der Zeit anheimzufallen , hat das Wiederaufleben der
Spinozistischen Grundanschauung in Schelling und Hegel gezeigt, *
dass der Monismus in der Metaphysik noch unüberwunden sei.
Ihre ihm so nah verwandten Ansichten , dass sie fast für entlehnte
gelten können, haben in einer Epoche, die sich von
Productionen erschöpft, beinahe ausschliesslich mit Bearbeitung
des Vorhandenen beschäftigt, zahlreiche Darstellungen, Heraus-