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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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Geschichte  nicht  bloss‘zur  Sprache  kommen  —  nein  auch  zum
Verstau  dn  iss.
Diese  innere  Geschichte,  diese  allseitige  Abspiegelung  aller
Lebensverhältnisse  ists,  wornach  unsere  Zeit  streben  soll;  das  so
vielfach  zerstreute,  zersplitterte  Materiale  soll  zusammengefasst
und  unter  gewisse  Gesichtspuncte  gebracht  werden.
Nehmen  wir  zum  Beispiele  das  Verhältniss  zwischen  Staat  und
Kirche,  zur  Klarheit  desselben  könnte  eine  unpartheiische  Geschichte ­
  des  Passauer  Bisthums,  das  seine  Diöcese  in  Baiern,  in
Oesterreich  und  im  eigenen  unabhängigen  Gebiete  (als
deutscher  Beichsfiirst)  hatte,  allerdings  ungemein  viel  beitragen,
sehr  gutes  Materiale  ist  dazu  bereits  gedruckt,  noch  ungleich  mehr
liegt  bisher  unbenutzt  in  München,  besonders  im  Reichsarchive.
Eine  wiinschenswerthe  Vorarbeit  wäre  eine  Abhandlung  über
die  Güter  des  Bischofs  von  Passau  in  Oesterreich;  dieselbe  müsste
nachweisen:  1.  den  Ursprung  der  B  esitz  -  Titel  dieser  Güter.
Schenkungen  der  deutschen  Kaiser.  Traditionen  vieler  Privaten,
Stiftungen,  Käufe.  Der  Stoff  zu  diesem  Kapitel  zum  Theile  in  den
Monumentis  boicis.
2.  Die  geograpbischen  und  topographischen  Nachweisungen, ­
  das  Territorium  Passaviense,  nicht  ohne
Schwierigkeiten,  besonders  hinsichtlich  des  Oftern  Wechsels  durch
T  aus  cli  und  Verkauf.
Die  Einkünfte  von  diesen  Gütern,  ihre  Leistungen
und  Abgaben  ,  theilweiee  in  den  Monumentis  boicis;  das  so  eben
angeführte  Registrum,  noch  mehr  aber  ungedrucktes  Materiale  in
grosser  Fülle  im  Reichsarchiv.
.  4.  Geschichte  und  wechselnde  Schicksale  dieser  Besitzungen, ­
  mühsam  zusammenzusuchen  zum  Theile  an  Ort  und  Stelle.
5.  Insbesondere  das  Verhältniss  derselben  gegen  den  Landesfürsten, ­
  der  andererseits  selbst  ein  Vasall  des  Bischofs
von  Passau,  seines  Lehensherrn,  gewesen,  die  darüber  entstandenen ­
  Streitigkeiten  ,  welche  oft  bitter  genug  waren,  auch  sogar  oft
blutig.  Zu  diesen  mehr  äusserlichen  Verhältnissen  kämen  nun  die
des  Bischofs  als  Diöcesauen  und  geistlichen  Oberhirten  und  auf  der
andern  Seite  die  des  Landesherrn,  des  Herzogs,  als  Vogt  des
Hochstiftes.  —  Die  Jurisdictions-Streitigkeiten,  die  über  die  Verlassensehaften
  des  Klerus,  die  oftmaligen  Versuche  in  Oesterreich
            
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