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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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Diess  und  die  fast  gänzliche  Unbekanntheit  des  Werkes  und
des  Verfassers  *)  mögen  es  entschuldigen,  wenn  ich  es  wage,
einer  so  ernsten  Versammlung  eine  so  lustige  Person  vorzuführen ­
  und  von  ihren  possenhaften  Einfällen  zu  sprechen.
Diese  Narren-Chronik  ist  ungedruckt  geblieben,  und  verdient ­
  auch,  wie  Herr  Professor  Ranke  (a.  a.  0.)  mit  Recht
bemerkt,  keine  Herausgabe;  musste  aber,  wie  leicht  begreiflich,
als  eine  Art  von  Chronique  scandaleuse  zu  ihrer  Zeit  eine  beliebte ­
  pikante  Lectüre  gewesen  sein,  denn  es  sind  mehrere  Abschriften ­
  davon  bis  auf  uns  gekommen,  und  eine  derselben  besitzt ­
  auch  die  k.  k.  Hofbibliothek,  deren  ausführliche  Reschreibung
  ich  es  der  Mühe  werth  halte,  in  der  Beilage  A  zu  geben.
Da  aber  die  grösste  Merkwürdigkeit  des  Werkes  gerade  der
V  erfasser  ist,  und  dessen  Characteristik  zugleich  einen  kleinen
Beitrag  zu  der  von  unserem  geehrten  Mitgliede  Herrn  Schlager
projectirten  „Geschichte  der  Hofnarren  im  Dienste  der  österreichischen ­
  Fürsten  und  Grossen”  gibt,  so  will  ich  vor  allen
die  wenigen  Notizen,  die  ich  über  dessen  Persönlichkeit  und
Schicksale  auffinden  konnte,  zusammenstellen.
Zwar  habe  ich  selbst  bei  jenen  Bibliographen  und  Literarhistorikern, ­
  die  das  Werk  anführen,  vergeblich  um  Auskunft
über  den  Verfasser  gesucht,  ja  es  scheint  ihnen  selbst|dessen
Stellung,  auf  der  doch  das  Verständniss  und  die  Merkwürdigkeit ­
  des  Werkes  beruhen,  gänzlich  unbekannt  geblieben  zu  sein 3 ).
Hingegen  fand  ich  in  einem  eben  so  seltenen  als  curiosen
Büchlein:  „Florestaespanolade  apotegmas,  o  sentencias  sabia,
y  graciosamente  dichas  de  algunos  Espanoles.  Colegidas  por
Melchor  Santacruz  de  Duenas,  vezino  de  la  ciudad  de  Toledo”-Huesca,
  por  Pedro  Bluson.  1618  12°  3 )  die  „geistreichen  und
*)  In  neuerer  Zeit  hat  meines  Wissens  nur  Herr  Professor  Ranke,  dein
nichts  entgeht,  dieser  Chronik  mit  ein  paar  Worten  gedacht,  ohne  jedoch
über  die  Stellung  des  Verfassers  etwas  zu  bemerken.  (Deutsche  Geschichte
im  Zeitalter  der  Reformation  Bd.  Vt.  „Chronisten  Carl’s  V.”  S.  157.)
2 )  So  sagt  selbst  Ni  c.  Antonio  (Bibl.hisp.  nova  s.  v.  F  r  a  n  c  i  s  cu  s  de  Züniga,
Tom  I.  p.  501)  nur:  „D.  Franciscus  (vulgari  usu  ab  aliquibus  usurpato
Franc  es)  de  Zuniga,  nescio  quis,  in  seriis  ludere  volens,  Historiam
(ita  vocat)  scripsit  Caesaris  Caroli  ridiculam  etsalibus  urbanis  conditam”.—
Die  Uebrigen  bemerken  gar  nichts  über  den  Verfasser  (s.  Beil.  A).
3)  Schon  die  nachstehende  Abschrift  der  „Tabla  de  los  capitulos”  wird  einen
Begriff  von  dem  Interesse  dieses  seltenen  Büchleins  geben:
            
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