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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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Darauf  zeigt  der  Verfasser,  dass  schon  Drusus  den  Bau
einer  He  er  strasse  durch  die  von  ihm  geöffneten  Alpen  begonnen, ­
  sie  aber  erst  dessen  Sohn  Kaiser  Claudius,  nach  dem
Zeugnisse  zweier  wichtiger  Inschriftsteine  vom  Jahre  47  n.  Chr.,
vom  Po  bis  an  die  Donau  vollendet  habe,  daher  ihr  Name  Via
Claudia.  Von  Augsburg,  dem  Knotenpuncte  der  Strassen  in
Rhätia  II.  oder  Vindelicien,  führte  eine  Römerstrasse  nach  Brigantium,
  die  daselbst  sich  spaltete  und  a.  westlich  nach  Arbon
lief,  wo  sie  sich  nach  der  Tabula  Peutingeriana  abermals  theilte,
weiter  westwärts  nach  Gallien  und  südwärts  durchs  Rheinthal
am  Schollberg  hin  nach  Chur  führte;  b.  südlich  über  Clunia
nach  Magia,  Curia  und  Italien.  Der  Verfasser  bespricht  die
Römerstationen  am  Walhen-  oder  Wallenstätter-See,  und  wirft
zum  Schlüsse  mehrere  römische  Ortsnamen,  die  der  Freiburger
Archivar  Julius  Leichtlen  und  nach  ihm  Andere  ganz  irrig
ins  Vorarlbergische  setzen,  über  Bord.  —

Der  Secretär  Herr  Wolf  liest  folgenden  Aufsatz:
„Ueber  den  Hofnarren  Kaiser  Karl’s  V.,  genannt
El  Conde  don  Frances  de  Züfiiga,  und  seine  Chronik.”
Dass  fanatische  und  doctrinäre  Narren  zum  Schaden  der
Menschheit  und  der  Wissenschaft  „Geschichte  gemacht”  und
geschrieben  haben,  davon  haben  wir  leider  der  Beispiele  die
Hülle  und  Fülle  bis  auf  die  allerneueste  Zeit;  dass  aber  ein
Narr  par  titre  d’office  und  im  Character  seiner  Maske  die  Geschichte ­
  seines  Fürsten  und  Herrn  zu  dessen  Erlustigung  geschrieben, ­
  davon  kenne  ich  wenigstens  kein  Beispiel  als  das
vorliegende.  AVenn  daher  auch  von  dieser  Chronik,  wie  leicht
zu  vermuthen,  für  die  politische  Geschichte  weder  Bereicherung
noch  Berichtigung  zu  erwarten  ist,  so  ist  sie  doch  für  die  Sittengeschichte ­
  nicht  unwichtig,  für  die  Characteristik  der  Zeit
und  der  Personen  durch  Anekdoten  und  einzelne  Züge,  und
selibst  durch  ihre  parodistische  Darstellung  nicht  uninteressant,
und  jedenfalls  macht  sie  schon  ihre  Existenz  allein  wenigstens
zu  einer  Curiosität.
            
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