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Die Classe bestimmt, in Folge dieses Berichts, Hrn. Kink’s
Ausgabe des Codex Wangianus zum Abdruck in den Fontes.
Herr Regierungsrath Chmel beginnt die Lesung seines
Berichtes über die von ihm in den Monaten April, Mai, Juni
und Juli dieses Jahres (1850) unternommene literarische
lteise.
„M. H. Es sei mir gestattet, über die Ergebnisse meiner
literarischen Reise, welche durch kräftige Empfehlungen des hohen
Ministeriums des Auswärtigen, von Seite der kaiserlichen Akademie
erbeten, mir wesentlich erleichtert worden war, im Allgemeinen
zu berichten.
Die Resultate der Forschungen und Arbeiten sollen dann nach
und nach mitgetheilt werden, theils in verschiedenen Aufsätzen,
theils in den beiden Publicationen unserer Akademie („Fontes”
und „Archiv”). Melireres wird diesem Berichte als integrirende Beilage
angeschlossen.
Schon lann-e war eine literarische Reise zum Behufe vater-O
ländischer Quellen - Forschung in ausländischen
Bibliotheken und Archiven mein sehnlichster Wunsch, ich batte
nicht bloss ein dunkles Gefühl, dass unsere Geschichte durch die
h eimischen Quellen nur sehr lückenhaft beleuchtet werde, sondern
die sehr lebendige und klare Ueberzeugung, dass diese
Lücken zum grossenTheile durch fremde Sammlungen ausgefüllt
werden können. —
Vor allem waren die Bibliotheken und Archive in München
mir stets als unermesslich reiche Fundgruben für österreichische
und, was für gewisse Zeiträume wenigstens identisch ist,
für deuts che Geschichte erschienen; sie endlich einmal näher
kennen zu lernen und möglichst auszubeuten meine Sehnsucht
mein ernstes Vorhaben. —
Das erstere gelang mir so ziemlich, das andere nur zum
kleinsten Theile. —
München ist unerschöpflich, besonders für einen Einzelnen;
ein Dutzend österreichischer Geschichtsforscher würden jahrelange
Arbeit haben; und die dortigen Vorräthe auch nur zu verzeichnen
wäre eine langwierige Aufgabe. —
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