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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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„schmeichle  mir,  ein  doppeltes  Verdienst  erworben  zu  haben,  in-„dem
  ich  diese  Urkundensammlung  aus  dem  Dunkel,  in  dem  sie
„verborgen  war,  hervorzog  und  für  die  Drucklegung  vorbereitete.
„Das  Original  des  Codex  Wangianus  ist  sogar  meines  Wissens,
„wie  ich  schon  in  der  Einleitung  bemerkte,  von  Niemand  benützt
„worden,  man  begnügte  sich  durchgehends  mit  der  schön  ausge-„statteten,
  aber  (dem  Texte  nach)  höchst  unverlässlichen  Copie
„des  Jahres  1344.”  Also  Herr  Kink.
Referent  hat  die  Einleitung  gelesen,  und  die  Anmerkungen
durchgegangen,  sie  sind  zweckmässig  und  durchaus  nicht  überflüssig. ­
  Ein  solcher  Codex  diplomaticus  für  einen  so  wichtigen
Zeitabschnitt  der  Geschichte  Trients  und  Tirols  überhaupt  ist  um
so  willkommener,  als  Bonelli’s  Notizie  wirklich  selten  und  zudem
nach  dem  jetzigen  Standpunct  der  kritischen  Geschichtsforschung
ganz  ungenügend  sind.
Kink’s  Manuscript  eignet  sich  ganz  zur  Herausgabe  durch
die  kaiserliche  Akademie  und  zwar  in  den:  „Fontes  rerum  Austriacarum ­
  ,”  wo  es  dem  Umfange  nach  wohl  zwei  solche  Bände  füllen ­
  dürfte,  wie  die  bisher  erschienenen.
Gegenwärtig  ist  der  dritte  Band  der  Fontes,  das  „Liber
fundationum”  des  Klosters  Zwettl  (von  dem  leider  seitdem  uns  durch
den  Tod  entrissenen  Mitgliede  Johann  von  Fräst,  zubereitet)
enthaltend,  seiner  Vollendung  nahe.  Der  historisch-topographische
Commentar,  welchen  Fräst  in  einem  zweiten  Bande  liefern  wollte,
bleibt  weg,  daFrast  wohl  Notizen  gesammelt,  aber  die  Arbeit
nicht  vollendet  hat.  —  (Doch  werden  auf  meine  Veranlassung
die  darin  enthaltenen  Urkunden  durch  einen  vollständigen  Index
zugänglich  gemacht.)  —
Demnächst  kömmt  das  von  dem  rühmlichst  bekannten  Klosterneuburger ­
  Chorherrn  Max.  Fischer  der  historischen  Commission
schon  vor  Jahr  und  Tag  überreichte  wichtige  Liber  traditionum
Claustro  neoburgensium  mit  Einleitung,  Anmerkungen  und  Register
an  die  Reihe.
Dieser  werthvollen  Quelle  könnte  dann  der  Codex  Wangianus
folgen,  wenn  die  verehrte  Classe  nicht  etwa  glaubt,  denselben  ausser
der  Reihe  selbstständig  herausgeben  zu  sollen,  in  welchem  Falle
Herrn  Kink’s  Manuscript  wohl  um  ein  halbes  Jahr  früher  gedruckt ­
  würde.-—
            
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