Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

358

Er  selbst  äussert  sich  in  der  Zuschrift  an  die  kaiserliche
Akademie,  welche  dem  Mannscripte  beigelegt  ist,  über  seine  Leistungen ­
  wie  folgt:
„Ein  nach  dem  Originale  redigirter  Codex,  welcher  über
„200  Urkunden  aus  den  Zeiten  des  11.  bis  zur  Mitte  des  14.  Jahrhunderts ­
  umfasst,  wäre  an  sich  schon  der  Aufmerksamkeit  wür-„dig.
  Ueberdiess  ist  der  Inhalt  der  Urkunden  von  höchstem  historischen ­
  Interesse.  Ich  glaube  nicht,  dass  eine  Sammlung  von  Urkunden ­
  bestehen  wird,  welche  in  einem  so  zusammenhängenden
„abgeschlossenen  Ganzen  so  viel  Licht  über  die  damaligen
„administrativen,  feudalen  und  gesellschaftlichen  Zustände  jener
„Zeit  zu  verbreiten  im  Stande  wäre.  Die  Art  und  Weise,  auf  wel-„che
  in  dieser  Gränzstätte  deutscher  und  italienischer  Bevölkerung ­
  die  Sprache,  Gesetze  und  Sitten  beider  Stämme  mit  einander ­
  in  Berührung  traten,  ist  deutlich  daraus  zu  entnehmen.  So
„manche  Irrthümer,  die  sich  in  die  Begriffe  der  lombardischen
„rjastaldiones,  scariones,  arimanni  und  dergleichen  und  überhaupt ­
  in  die  Ansicht  über  lombardische  Verwaltungsweise  einge-.,schlichen
  haben,  werden  daraus  klar  berichtiget.  Die  vielen  darin
„erwähnten  Aufzeichnisse  über  die  öffentlichen  Gerichtstage,  die
„uralten  placita  und  malla  geben  ein  treues  Bild  dieser  ehrwürdigen ­
  Institution.  Mit  Deutlichkeit  wird  darin  Aufschluss  gegeben,
„auf  welche  Weise  die  Finanzgebarung  jener  Zeit  gehandhabt
„wurde.—  Die  im  II.  Thcile  enthaltene  Bergwerks-Ordnung  ist  die
„älteste  Deutschlands.  Dass  der  Ursprung  und  die  erste  Geschichte
„der  Geschlechter  von  Arco,  Castelbarco,  Cles,  Lodron,  Thun,
„Terlago,  Madruz  darin  vergraben  liegt,  bedarf  keiner  nähern
„Erörterung.  Da  ferner  eben  in  jener  Zeit  durch  die  Kämpfe  der
„Kaiser  mit  den  lombardischen  Städten,  und  durch  die  damit  in
„Verbindung  stehenden  Züge  der  Ezzeline  nach  Trient,  so  wie  Späher ­
  durch  die  Kämpfe  der  Bischöfe  von  Trient  mit  den  Grafen
„von  Tirol,  der  Süden  dieses  Landes  in  nähere  Berührung  mit
„der  grösseren  Geschichte  trat,  so  überträgt  sich  dieses  Moment
„von  selbst  auch  auf  die  Urkunden,  welche  hierüber  sprechen.
„Der  Ursprung  der  Grafen  von  Tirol  selbst,  ihre  Ausbreitung
„auf  Kosten  der  Grafen  von  Eppan  und  Flavon  und  vieler  kleinerer ­
  Vasallen,  ist  aus  dem  Codex  Wangianus  zu  entnehmen.
„Das  Interesse  für  die  allgemeine  Geschichte  steigert  sich
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.