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Unterricht, liess sich in der Folge sogar taufen und trat mit Bestimmtheit
als Vertreter des Christenthums auf, befahl in einer
Reichsversammlung die Annahme desselben, machte alle christlichen
Leibeigenen frei, und liess seinen Sohn Vajk durch Deodat
von St.Severino in europäischem und christlichem Geiste erziehen,
ohne selbst aufzuhören, dem Gott der Ungern zu opfern; denn ihm
war die neue Lehre nicht Sache des Gemüthes und religiöser,
sondern bloss politischer Ueberzeugung; knüpfte endlich mit den
benachbarten Mächten, mit Venedig, Baiern und Pohlen durch
Ehebündnisse seiner Kinder Verbindungen an, und trat somit mit
dem jungen Reiche in die europäische Staatenfamilie ein. Dagegen
von seinem Volke, das er mit Macht niederhielt, im Augenblicke
der Noth nur schwach unterstützt, und desshalb weiteren
Krieg fürchtend, musste er seine schöne Westprovinz zwischen
der Enns und dem Kahlenberge, die er an Leopold von Babenberg
verlor, verschmerzen, und in der vorschreitenden inneren
Entwicklung seines Landes Ersatz linden. Denn der Uebermuth
der einzelnen Fürsten war gebrochen, der Feldbauer frei,
Industrie sprosste auf, Handelsleute konnten in Sicherheit das
Land durchziehen, christliche Priester wirkten allenthalben,
und neue Gotteshäuser.fingen an, neben den alten sich zu erheben,
als dieser grosse Fürst, nachdem er soeben die herrliche Abtei
auf dem Martinsberge zu bauen begonnen hatte, nach fünfundzwanzigjähriger
Herrschaft starb. Noch bei seinen Lebezeiten fing, in
dem Masse, als seine Reformen Ausbreitung gewannen, sich eine
nationale Reaction vorzubereiten an, welche, als der junge Stephan
seinem Vater auf dem Fürstenstuhle folgte, unter Kupäs Anführung
mit Macht ausbrach. Sie ward jedoch mit Hilfe der fremden Elemente
des Landes besiegt, das Christenthum zur Staatsreligion erklärt,
eine mächtige Hierarchie geschaffen, selbe zum ersten Stande
des Reichs erhoben, auf das Beharren bei dem alten National-Cultus
Sclaverei gesetzt, die Bekehrung organisirt, ja mit Gewalt gefördert,
Kirchen gebaut, Klöster und Schulen eröffnet; der Papst
endlich bestätigte nachträglich Stephans kirchliche Einrichtungen,
und sandte ihm die Königskrone. Somit fand das neue Jahrtausend
die Europäisirung dieses scythischenVolkes gesichert, an der östlichen
Mark Deutschlands ein neues christliches Königreich constituirt,
und ihm eine Vormauer gegen neue Eindringlinge aus Asien
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