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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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grosses  Fest  in  der  Moschee,  wo  die  Geburt  des  Propheten  gefeiert
ward.  Als  der  Ruf  zum  Abendgebete  erschallte,  wurden  alle
Lampen  und  Kerzen  angeziindet,  gegenüber  dem  Mihräb  ein  Pult
aufgestellt,  das  Abd-el-Latif  Efendi  bestieg,  der  ein  Stück  aus
dem  Koran  vorlas,  das  man  wiederbohlte,  worauf  er  von  Neuem
anfing.  Leute  von  allen  Ständen,  fromme  Männer,  Grosse,  Gelehrte,
die  Imame  der  Mihrabe  und  Kanzeln,  Reiche  und  Arme,  Männer  und
Frauen  hatten  sich  versammelt,  letztere  an  einem  besonderen
Orte  der  Moschee,  und  mit  ihnen  kleine  Knallen  und  Mädchen.
Hierauf  begann  man  das  Geburtsfest  zu  feiern;  rund  umher  standen
dieMuefine,  die  melodische  Stimmen  erschallen  Hessen,  zuletzt
ward  an  alle  Anwesenden  Zuckerwerk  und  wohlriechende  Blumen
vertheilt,  Rosenwasser  ausgesprengt  und  Rauchfässer  angezündet.
Unser  Scheich  hielt  nun  täglich  vom  Dohr  bis  zum  ’Afsr,  d.  i.  vom
Mittagsgebete  bis  zum  Nachmittagsgebete,  Vorlesungen  in  der
grossen  Moschee,  verfasste  ein  Sendschreiben  über  die  Rangstufen
der  Propheten  und  sandte  es  dem,  der  ihn  zur  Verfassung  desselben
aufgefordert  hatte,  dem  Scheich  Mufstafa-l-Ilmi.  Hierauf  wallfahrtete
er  zum  Grabe  des  Mofes,  mit  ihm  zog  eine  Anzahl  Bekannter  aus
Jerusalem,  worunter  der  schon  erwähnte  ’Ata-Allah  Effendi.  Die
ganze  Gesellschaft  zusammen  betrug  an  zweihundert  Personen;
sie  kamen  an  dem  Dorfe  el-Atirije  i)  vorbei,  wo  das  Grab  Eleasfers;
  bei  dem  Chan,  der  an  dem  Wege  liegt,  hielten  sie  an  und  erreichten ­
  noch  an  demselben  Tage  das  Grab  des  Mofes.  In  dem
Werke  über  die  Wallfahrtsorte  von  Herewi  heisst  es:  dass  in  dem
Lande  Märeb  2 )  ein  Dorf  Schihän  sei,  wo  das  Grab  des  Mofes.
Bei  Damaskus  ist,  nicht  weit  von  dem  Thore  Bäb-Allah,  beim
Dorfe  Kadern,  ein  rother  Hügel,  worin  das  Grab  Mofes  sein  soll;
oben  auf  dem  Hügel  steht  eine  hölzerne  Kuppel  und  um  dieselbe
herum  läuft  eine  Mauei’,  die  den  Hügel  umgibt.  Darüber  hat  der
Scheich  bereits  in  seiner  mittleren  Reise  gesprochen.  Von  dem
Grabe  Mofes  begaben  sie  sich  nach  Arihä  3 ),  Jericho,  es  ist  diess
eine  alte,  jetzt  fast  gänzlich  verödete  Stadt;  doch  hielten  sie  sich
*)
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