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Diese historischen Lieder , welche meist gleichzeitig mit den Ereignissen
entstanden, vertraten die Stelle der Volksgeschichte,
und wurden nicht allein durch das Volk und die'Krieger, sondern
hei feierlichen Gelegenheiten durch die erwähnten Sänger, welche
häufig wohl zugleich die Verfasser derselben waren, vorgetragen.
Ausser diesen epischen Gesängen gab es noch mancherlei andere,
denn das ungrisclie Volk war von jeher singelustig und liederreich,
die Poesie seine treue Begleiterin, wie heute noch,
beim Gottesdienst und bei Gelagen, bei Trauer und Lust. Ihre
Opfer waren mit Hymnen verbunden , die Priester sprachen in
Versen zum Volk. Bei den Leichnamen ihrer Verblichenen sangen
sie Klagelieder, und mit solchen ehrten sie am Jahrestage ihres
Todes deren Andenken. Das Mädchen erging sich bei der Arbeit
im Liede, und bei Fest und Schmaus durften neben den Heldenliedern
auch Schnurren nicht fehlen; von letzteren scheinen ihre
Sänger durch die Chronisten des Mittelalters den Namen der Joculatoren
erhalten zu haben. ‘In der Volkssprache hiessen sie'
„hegedös” von dem Saiteninstrumente, mit welchem sie ihren Gesang
begleiteten. Auch durfte bei Lustbarkeiten wie der Tanz,
so auch die Musik nicht fehlen; und Anonymus erzählt uns, dass
bei den Gelagen, die Arpäd und die Seinen in der Etzilburg hielten
— um uns seiner eigenen Worte zu bedienen — „ nebst den
Gesängen der Joculatoren alle Symphonien und die süssen Töne
der Zithern und Flöten erklangen.”
Schliesslich noch ein Wort über die anderen Künste.
Weit davon entfernt dieses Wort, wenn wir von einem Volke
sprechen, das kaum noch feste Sitze genommen, im höheren
Sinne zu nehmen, dürfen wir doch einige Spuren derselben
bei den alten Ungern nicht übersehen. Dass die Bildner ei,
so roh sie auch sein mochte, diesem Völkerstamme nicht fremd
war, beweisen die ungrisclien Chroniken, nach welchen die
hunische Grabstätte zu Szäzhalom eine Statue zierte; es beweisen
es die unzähligen Steingebilde in Lebedien, welche, wie
nicht mehr bezweifelt werden kann, von den stammverwandten
Hünen herstammen. So waren auch die Opferstätten der heidnischen
Ungern mit den Gebilden der Gottheit geschmückt, wie
diess aus IL Andreas Edicte (1046) und Ladislaw’s Gesetzen
(1092) deutlich hervorgeht Ein zweites Feld, und zwar für
Sitzb. d. philos. histor. CI. Jahrg. 1850. II. Bd. I. Heit 2