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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

der  Stadt  ist  wo  die  grüne  Wiese  *)  anfängt.  Das  Castell  erhebt
sich  ober  der  Stadt,  dort  sind  hohe  Bogen,  auf  denen  das  Wasser
von  der  Ferne  hergeleitet  wird  ,  diese  sollen  von  Brins  ,  d.  i.  dem
Prinzen  s),  erbaut  worden  sein,  der  ein  König  der  Christen  war,
und  über  Tripolis  herrschte.  Da  diese  Bögen  sehr  hoch  sind  ,  so
haben  die  meisten  Häuser  von  Tripolis  Wasser  ,  und  sind  sie  hoch
so  sieht  man  in  beiden  Stockwerken  zwei  hohe  Wasserleitungen,
ans  welchen  stets  fliesendes  Wasser  kömmt.
In  der  Stadt  sah  unser  Scheich  eine  Medrese,  deren  Stifter
unbekannt  war  und  wo  zwei  Söhne  des  Melik-ed-Dähir  5 )  begraben
liefen:  Selämiseh  *)  und  Saiid.  Nachdem  er  sich  nun  nochmals
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beim  Wehr  Ali  Pascha  beurlaubt  hatte,  reiste  unser  Scheich  ab.
Der  Wefir  gab  ihnen  eine  Bedeckung  mit,  die  sie  bis  zum  Schlosse
Dfchobeil 5 )  zu  bringen  hatte,  weil  man  damals  mit  den  Hammadi-Arabern
  in  Fehde  lag.  Sie  zogen  Morgens  fort  und  kamen  uni
Mittag  zur  Stadt  Letrun  6 )  am  Ufer  des  Meeres,  wo  ein  Schloss,
das  aber  jetzt  sowie  die  Stadt  in  Verfall  gerathen  ist.  Hier  ward
das  Mittagsgebet  verrichtet  und  bis  nach  Dfchobeil,  einer  Stadt
mit  einem  Schlosse,  fortgezogen.  Von  hier  ward  am  folgenden
Morgen  nach  Beirut  fortgegangen.  Man  überschritt  den  Fluss
Nehr-el-Belb,  d.  i.  Hundefluss,  über  den  eine  Brücke  auf  Bogen
führt.  Der  Fluss  erhielt  seinen  Namen  davon,  weil  die  Franken
daselbst  in  alten  Zeiten  die  Gestalt  eines  Hundes  aus  Stein  bildeten ­
  und  als  Wachtposten  daselbst  aufstellten.  Kam  der  Feind,
so  bellte  er  und  jener,  durch  das  Gebell  aufmerksam  gemacht,
rüstete  sich  znm  Kampfe.
Als  er  in  Beirut  angekommen,  stieg  er  in  dem  Hause  eines
Freundes,  Ibn-el-Kafsfsär  mit  Namen,  ab.  Er  besuchte  sogleich

-)  Brins  d.  i.  Bormund  VII.  siehe  Wilken  :  Kreuzzüge  VII.  P.611.
Anmerkung  7%.

*)
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