Und wo Du hingehsl immer
Siehst Blumen wie Juwelenschimmer.
Die Häuser gross und rein,
Erhaut aus hartem Stein:
Ein and’res Damask ist eine Stadt am Meer
Ja wohl ein Damask ist’s und mehr!
Zur Abendzeit wird wirklich in Tripolis das Wort des Dichters
zur Wahrheit, wenn er singt:
Die Lüfte wehen durch die Zweige und es fällt
Des Ahendrotlies Gold auf Meeres Silberfeld.
Unser Scheich besuchte Abends den Heibet-Ollah Effendi, bei
dem er in einem angenehmen auf den Fluss Ghadhbän die Aussicht
habenden Zimmer empfangen ward. Bei diesem Effendi sah er eine
kleine Sammlung von Büchern , worunter die Tabakät des
Scha’rani, das Buch Kitab-er-Riädh-in-Nadhire-fi-Fadhäil-il-Äschere
von Muhibb-et-Tabari, der grosse Commentar
zum Gedichte el-Barde, von Mukaddesi, der Commentar
des Risalet-el-Kuscheirije von Kadhi Sekerija. In diesem
Hause traf er eine Anzahl von Gelehrten, mit welchen er über wissenschaftliche
Gegenstände, juridische Fragen, seltsame Ausdrücke
in den Ueberlieferungen , über schöne Wissenschaften und Poesie
sich besprach. Hierauf erzählte ihm Heibet-Ollah Efeudi eine merkwürdige
Geschichte die sich mit seinem Vater dem Scheich Ali-el-Mufti
zutrug. Er schlief einst in der Nacht des Ramadhän des Jahres
1002 mit bedrücktem Herzen und in grosser Betrübniss: da
beschloss er Ebu Bekr-ess-Sfiddik in einer Anzahl von Versen zu
preisen und als Dichterlohn von ihm die Befreiung von dieser Betrübniss
zu verlangen. Er begann sogleich und schrieb zwölf Verse
nieder, dann legte er sein Haupt auf das Kissen , da übermannte
ihn der Schlaf und er träumte , er sehe eine grosse Schaar und in
der Mitte derselben einen ehrwürdigen Manu in grünen Kleidern
eben so wie alle um ihn her. Da trat einer aus der Schaar hervor,
und sagte ihm : Das ist Ebu Bekr-efs-Ssiddik. Heibet-Ollah Efendi’s
Vater warf sich nieder und küsste dessen Füsse. Jener aber
sprach: Gott grüsse dich , lese mir dein Lobgedicht vor, ich will
dir dann den Dichterlohn geben. Er antwortete: 0 Ssiddik, Prophet
Gottes, ich habe es noch nicht beendiget. Ebu Bckr entgegnete :
Ich werde es für dich beendigen. Heibet-Ollah Efendi’s Vater las
nun bei vierzig Distichen und als er geendet hatte, sagte die Traum-