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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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uns,  denn  hier  sei,  sagten  sie,  die  Grenze  ihres  Gebietes,  die
sie  nicht  überschreiten  dürften.  Wir  forderten  einige  Leute  von
Resten  auf,  uns  auf  diesem  Wege  zu  geleiten,  doch  nur  ein  einziger ­
  liess  sich  bereitwillig  finden,  uns  als  Führer  zu  dienen,  der
vor  uns  in  dem  Wadi  einherschritt,  bis  wir  in  das  Gebiet  von
Suweidä  kamen,  wo  wir  eine  Anzahl  Beduinen  mit  Schaafheerden
uns  entgegenkommen  sahen,  die  sich  aber  vor  uns  fürchteten  und
zurückzogen.  Später  kamen  sie  nochmals  zum  Vorschein,  zogen
an  uns  vorüber  und  grüssten  uns;  wir  gaben  den  Gruss  zurück,  wie
es  Pflicht  eines  Moslims  ist.  Wir  zogen  ohne  Aufenthalt  fort  bis
wir  in  der  Nähe  von  Hamat  ankamen,  wo  wir  Halt  machten  und
das  Mittagsgebet  beteten,  dann  brachen  wir  auf  und  erreichten
noch  Abends  die  Stadt.  Hier  besuchte  nun  der  Scheich  das  Grab
seines  Freundes,  des  Scheichs  Abd-or-Refäk,  der  aus  dem  Geschlechte
  des  berühmten  Scheichs  Abd-ol-Kadir-el-Giläni,  nach
dem  die  Secte  der  Kädiri-Derwische  benannt  wird.  Unser  Scheich
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war  ein  Schüler  des  Abd-or-Refäk.  Als  er  einst  mit  ihm  in  einer
Versammlung  sass,.riss  dieser  plötzlich  seinen  grossen  grünen
Turban  vom  Haupte  und  befahl  seinem  Stellvertreter  i)  seine
Kädiri-Mütze  zu  zerreissen  und  auf  den  Turban  zu  nähen:  so  that
auch  derselbe.  Alle  Anwesenden  staunten  darüber  und  erkannten,
dass  er  dies  auf  göttliche  Eingebung  gethan  habe.  Die  Kadiri-Derwische
  haben  dort  eine  grosse  Herberge,  welche  die  Aussicht
auf  den  Orontes  hat.”
Weiter  erzählt  unser  Scheich  folgendes,  das  uns  füglich  als
Beleg  dienen  kann,  wie  gross  die  Unwissenheit  und  der  Aberglaube
der  jetzigen  Araber:  „Als  ich  um  Mittag  beim  Essen  sass,  kam  ein
Mann,  über  den  oft  göttliche  Begeisterung  mit  grosser  Gewalt
kam"),  einer  von  denen,  die  mehr  dem  Ueberirdischen  als  dem
Irdischen  angehören,  dessen  Name  Scheich  Därud  war,,  ein  geborner
  Emessener;  die  Leute  der  Stadt  liebten  und  achteten  ihn.
Als  dieser  mit  uns  niedersass,  sagte  er  im  Gespräche  auch  unter  anderem ­
  :  Ich  kannte  nie  einen  gottbegeisterten  Mann.  Dies  sagte  er  in
der  Absicht,  um  uns  dadurch  den  hoben  Grad  seiner  Verklärungen
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