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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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su  schrieb  er  doch  ein  Werk,  worin  er  zu  beweisen  suchte,  dass  das
Tabakrauchen  der  Gläubigen  erlaubt  sei,  auch  den  Kaffeh,  der  als
verbotenes  Getränk  in  den  ersten  Zeiten  so  heftige  Controversen
  unter  den  moslimischen  Gesetzkundigen  hervorrief,  liebte  er
mit  aller  Leidenschaft  eines  Neuarabers  für  dieses  Getränk,  auch
vertheidigte  er  die  Erlaübtheit  der  Musik  und  des  Gesanges  unter
dem  Vorgeben,  dass  die  melodischen  Töne  die  Gedanken  auf  Betrachtung ­
  Gottes  hinlenkten:  denn  er  war  Ssüfi  und  die  grösste
Zahl  der  von  ihm  verfassten  Werke,  deren  Liste  wir  später  geben
werden,  sind  mystischen  Inhalts.  Das  Werk,  das  den  Stoff  zu
vorliegender  Abhandlung  gab,  ist  betitelt:  Wahrheit  und  Dichtung ­
  in  Beschreibung  der  Reise  durch  Syrien,  Aegypten ­
  und  Hidschäf,  w r o  sich  der  Ausdruck  :  Dichtung  auf  die  vom
Verfasser  eingewebten  Gedichte  bezieht.  Die  erste  Abtheilung  handelt ­
  von  den  Reisen  in  Syrien  und  [Palästina,  die  zweite  von  den
Reisen  in  Aegypten,  die  dritte,  welche  die  bei  weitem  wichtigste,
enthält  den  Bericht  der  Pilgerfahrt  des  Scheichs  mit  der  ägyptischen ­
  Karavane  nach  Mekke  und  Medine,  die  Beschreibung  des
Aufenthaltes  in  diesen  Städten,  und  gibt  sowohl  über  Geographie
des  Landes  als  insbesondere  über  das  Leben  der  Pilger  in  den  beiden ­
  heiligen  Städten  die  lehrreichsten  Angaben.  Die  Ceremonien
in  den  beiden  heiligsten  Moscheen  des  Islams  werden  mit  grosser
Wahrheit  und  Treue  geschildert  von  einem  andächtigen  Moslim,
der  uns  ohne  Anstand  mittelst  seines  Buches,  von  dem  er  freilich
nie  vermuthete,  dass  es  in  die  Hände  eines  Ungläubigen  fallen
würde,  in  die  heiligsten  Räume  der  Ka’be  und  zum  Grabe  des  Propheten ­
  einführt.  Seine  Beschreibungen  sind  um  so  frischer  als  er
während  seines  Aufenthaltes  in  Mekke  und  Medine  fünfmal  zu  den
vorgeschriebenen  Zeiten  des  Gebetes  die  Moschee  besuchte.  Das
ganze  Werk  des  Scheich  ist  mit  Versen  durchwoben,  fast  an
keiner  Station  vergass  er  ein  Gedicht  in  sein  Tagebuch  einzutragen ­
  ,  worin  er  seine  Reiseeindrücke  niederlegte,  oft  in  einer  recht
schönen  Form  und  nicht  ohne  poetisches  Talent.  Ueber  den  ersten
Abschnitt  des  Werkes  habe  ich  in  vorliegendem  Bericht  Rechenschaft ­
  gegeben,  über  die  beiden  letzten  Theile  des  Werkes  werde
ich  baldigst  weiteres  an  die  hohe  Akademie  der  Wissenschaften
berichten.
            
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