318
su schrieb er doch ein Werk, worin er zu beweisen suchte, dass das
Tabakrauchen der Gläubigen erlaubt sei, auch den Kaffeh, der als
verbotenes Getränk in den ersten Zeiten so heftige Controversen
unter den moslimischen Gesetzkundigen hervorrief, liebte er
mit aller Leidenschaft eines Neuarabers für dieses Getränk, auch
vertheidigte er die Erlaübtheit der Musik und des Gesanges unter
dem Vorgeben, dass die melodischen Töne die Gedanken auf Betrachtung
Gottes hinlenkten: denn er war Ssüfi und die grösste
Zahl der von ihm verfassten Werke, deren Liste wir später geben
werden, sind mystischen Inhalts. Das Werk, das den Stoff zu
vorliegender Abhandlung gab, ist betitelt: Wahrheit und Dichtung
in Beschreibung der Reise durch Syrien, Aegypten
und Hidschäf, w r o sich der Ausdruck : Dichtung auf die vom
Verfasser eingewebten Gedichte bezieht. Die erste Abtheilung handelt
von den Reisen in Syrien und [Palästina, die zweite von den
Reisen in Aegypten, die dritte, welche die bei weitem wichtigste,
enthält den Bericht der Pilgerfahrt des Scheichs mit der ägyptischen
Karavane nach Mekke und Medine, die Beschreibung des
Aufenthaltes in diesen Städten, und gibt sowohl über Geographie
des Landes als insbesondere über das Leben der Pilger in den beiden
heiligen Städten die lehrreichsten Angaben. Die Ceremonien
in den beiden heiligsten Moscheen des Islams werden mit grosser
Wahrheit und Treue geschildert von einem andächtigen Moslim,
der uns ohne Anstand mittelst seines Buches, von dem er freilich
nie vermuthete, dass es in die Hände eines Ungläubigen fallen
würde, in die heiligsten Räume der Ka’be und zum Grabe des Propheten
einführt. Seine Beschreibungen sind um so frischer als er
während seines Aufenthaltes in Mekke und Medine fünfmal zu den
vorgeschriebenen Zeiten des Gebetes die Moschee besuchte. Das
ganze Werk des Scheich ist mit Versen durchwoben, fast an
keiner Station vergass er ein Gedicht in sein Tagebuch einzutragen
, worin er seine Reiseeindrücke niederlegte, oft in einer recht
schönen Form und nicht ohne poetisches Talent. Ueber den ersten
Abschnitt des Werkes habe ich in vorliegendem Bericht Rechenschaft
gegeben, über die beiden letzten Theile des Werkes werde
ich baldigst weiteres an die hohe Akademie der Wissenschaften
berichten.