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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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auf  die  Urzeit  des  Volkes  hinweist.  Es  ist  also,  dacht’  ich,  nicht
ohne  Grund  anzunehmen,  dass,  trotz  dem  Schweigen  der  Geschichte ­
  über  den  eigenen  Schriftgebrauch  der  Hünen  und  der  Ungern, ­
  die  Sekler  Schrift  dem  ganzen  hnnischen  Stamme  angehört
hat,  dassijdiese  noch  aus  der  Zeit  eines  asiatischen  Seins  herzuleiten,
  und  mit  als  Zeugenschaft  alter  volkstümlicher  Cultur  anzunehmen ­
  sei.
Von  den  Sprichwörtern,  welche,  wie  überall,  so  auch  hier
die  echtesten  und  ältesten  Denkmäler  der  Volksweisheit  sind,  wollen ­
  wir,  da  sie  keine  Daten  tragen,  absehen,  und  uns  der  Sage
und  der  Poesie  zuwenden.  Schon  habe  ich  den  Weg  zu  bezeichnen ­
  versucht,  auf  welchem  die  Hunensage  im  neunten  Jahrhundert
wieder  in  ihre  Wiege  zurückgebracht  wurde.  Hier  möge  noch
erwähnt  werden,  dass  diese  selbst  zur  Zeit  der  Einwanderung  des
ungrischen  Volkes  bei  demselben  keineswegs  eine  abgeschlossene
Ueberlieferung,  eine  todte  Reliquie  war:  sie  blühte  vielmehr,  wie
gleichfalls  erwähnt  wurde,  als  ein  alter,  aber  doch  noch  immer
lebensgrüner  Baum  fort,  der  wohl  manchen  dürren  Zweig  fallen
Hess,  sich  aber  stets  wieder  frisch  belaubte,  unter  dessen  Schatten ­
  sich  die  Nachkommen  in  geistiger  Gemeinschaft  mit  den  grossen ­
  Vorfahren  Stärkung  und  Lust  holten.  Die  Erinnerung  von
Atila’s  altem  Reiche  leuchtete  ihnen  auf  ihrem  Zuge  nach  dem  einstigen ­
  Hunien  an  der  Donau  gleich  einem  Leitsterne  voran;  Atila's
Name  galt  ihnen  allenthalben  als  Rechtstitel  und  Siegesgeleit;
nachdem  sie  die  Donau  gleich  den  Hünen  hei  Kelenföld  übersetzt,
richtete  Ärpäd  seinen  Lauf  nach  der  Etzilburg  (der  alten  Buda),
um  da  in  Etele’s  Palast  seine  Erfolge  zu  feiern;  von  hier  begab  er
sich  in  die  hunische  Nekropole  Szäzhalom  ,  von  wo  die  Eroberung
Pannoniens  entworfen  und  ausgeführt  wurde;  nach  Almos’s  Tode
endlich  hielt  er  jene  Volksversammlung,  in  welcher,  wie  wir
schon  berührten,  das  neue  Reich  constituirt  wurde,  auf  der
Puszta  Szer,  welche—  wieJerney  hervorhebt,  und  was  bedeutsam ­
  ist  —  sich  nördlich  an  Söveny  lehnt,  also  abermals  an
jene  Örtlichkeit,  wo  Atila  nach  der  Eroberung  Pannoniens  in  feierlicher ­
  Versammlung  seine  Züge  nach  Westen  beschloss.  —  Neben
der  Hunensage  musste  wohl  auch  zu  dieser  Zeit  noch  die  Tradition
über  ihre  nähere  Vergangenheit  bestanden  haben,  die  aber  durch
die  grössere  Wichtigkeit  der  Gegenwart  und  durch  die  glänzenden,
            
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