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Bekanntschaft der gelehrtesten Männer, besprach sich mit ihnen und
hielt Vorlesungen. Der Hauptzweck seiner Reise aber war ausser
der Pilgerschaft zur Habe, welche die Pflicht jedes Moslims ist, die
Wallfahrtsorte in Syrien zu besuchen, über die er Herewi’s Werk
über die Wallfahrtsorte häufig anführt. Es ist eine bekannte Bemerkung,
wie sehr dieMohamedaner ihre Todten ehren, um so mehr
die, welche sich durch ein frommes Leben au; zeichneten. So kömmt
es, dass in allen mohammedanischen Städten zahlreiche Gräber,
meist mit einer kleinen Kuppel überwölbt zu sehen sind, die vom
Volke mit frommer Verehrung betrachtet werden. Oft sieht man
Leute aus den besten Ständen in den Strassen vor einem solchen
Grabgebäude stille stehen, und die Hand auf das Gitter des Fensters
legend andächtige Gebete murmeln. Aber nicht bloss in Städten
sondern eben so gut auf dem offenen Lande sind solche Gräber nicht
selten. Bei Reisen im Innern des Landes sieht man oft auf dem
Gipfel eines Hügels ein weisses Gebäude mit Kuppel stehen, und
fast kein Dorf ist ohne einen solchen Dorfheiligen, je älter das
Grab ist, je mehr das Andenken an die Persönlichkeit des Verstorbenen
verschwindet, desto höher wird die Verehrung des Grabes,
indem sich der gemeine Mann den Verstorbenen als Heiligen ja als
Propheten idealisirt und so kömmt es, dass so unzählige Gräber von
Propheten in Syrien zerstreut sind, nicht bloss Propheten deren
Namen bekannt sind, sondern auch von namenlosen. Obwohl nun
unser Scheich streng rechtgläubiger Moslim war, so befähigte ihn doch
seine historische Belesenheit oft die Unechtheit irgend eines Grabes
nachzuweisen; dessenungeachtet versäumt er es nie die Fat iha
an jedem Grabe, sei es echt oder unecht, zu beten. Er tritt seine
Reise mit dem Besuche aller heiligen Gräber in Damaskus an, so
wie der Gräber seines Vaters, seiner Mutter und Anverwandten,
überall betet er die Fatiha, und gibt bei dieser Gelegenheit einige
recht interessante Mittheilungen zur Topograhphie von Damaskus.
Mit allen Moslimen theilt unser Scheich die abergläubische
Verehrung für Wahnsinnige, Derwische und den Aberglauben derselben,
dass gottbegeisterte Leute, deren tolle Streiche von
dem Volke dadurch entschuldigt werden, dass die Seele in der
Anschauung des Allerhöchsten versunken sei, dass solche Leute
nicht für das, was der Körper thue verantwortlich sein könnten.
Obwohl der Scheich in einer Hinsicht so strenggläubig war.