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drückende Herrschaft nicht wenig dazu beitrugen, die arabische
Volkstümlichkeit zu vernichten, die sich nur unter den nie bezwungenen
Söhnen der Wüste erhielt, welche Sprache und Sitten
von fremder Befleckung rein bewahrten, und wie vor urdenklichen
Zeiten noch jetzt frei die Wüsten durchziehen. Wenn schon die
Sitten dieser dem grossen Reisenden Burckhard zu seinen trefflichen
„Notes on the Bedouins and Vahabis” (London 1838) Stoff
gaben, so haben auch die Sitten und Zustände der Stadtbewohner
Syriens und Aegyptens die Aufmerksamkeit vieler Reisenden auf
sich gezogen, allein ihre Beobachtungen sind in vielen Reisewerken
zerstreut und oft unrichtig, weil meist Mangel an Sprachkenntniss,
oft nur allzukurzer Aufenthalt sich hindernd einer richtigen Würdigung
der Zustände entgegenstellten. Ein bekannter englischer
Schriftsteller (Morier) hatte den geistreichen Einfall, gestützt auf
seine durch langen Aufenthalt in Persien gesammelten Kenntnisse,
einen Roman zu schreiben, den er als Selbstbiographie eines Persers
ausgab und wo mit ergreifender Wahrheit die Denkungsart, die
Sitten und Zustände der Neu-Perser geschildert werden, der desshalb
in ganz Europa unter dem Titel: Haji Baba die verdiente
Anerkennung fand, wozu freilich die poetischen Talente des Verfassers
nicht wenig beitrugen. Die Araber besitzen zwar eine
Sammlung von Novellen, die, ursprünglich persischen Ursprungs '),
nur in der arabischen Ueberarbeitung unter dem Titel „Tausend Eine
Nacht” durch Uebersetzungen in alle Sprachen verbreitet sind ; in
diesem Buche ist zwar der arabische Character, das Volksleben,
die Sitten mit grosser Treue geschildert, allein meistens finden
diese Schilderungen nur auf die glänzendsten Zeiten der arabischen
Herrschaft Anwendung und seit den glücklichen Tagen der Chalifen
und der Bermeki, der goldnen Zeit, hat sich vieles zum Nachtheile
verändert. Durch die Auffindung eines von einem Einge*-bornen
in Form eines Tagebuchs verfassten Werkes über seine
lleisen in Syrien, Aegypten und Hidschäf ist es dem Schreiber
dieser Zeilen möglich, durch Auszüge einiges zur Kenntniss der
heutigen Zustände der Neu-Araber beizutragen.
Der Scheich ’Abd-ol Ghantj-en-Nabolsi, dessen vollständiger
Name, ’Abd-ol-Ghanij, Ben Ahmed Ben Ibrahim lautet, der