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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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Nach  dem  Verhältnisse  dürften  sich  bei  zweihundert  (192)
Gelehrte  mit  vaterländischer  Geschichte  beschäftigen.
Ich  erwähne  diess,  um  erstens  unsern  bisherigen  Leistungen
ein  billiges  und  vielleicht  auch  ein  anerkennendes,  wenigstens  den
Willen  anerkennendes  Urtheil  des  Inlandes  und  Auslandes  zu  verschaffen. ­
  Wer  bedenkt,  mit  wie  wenigen  Kräften  wir  begonnen
haben,  w'ie  unsere  Unternehmungen  in  eine  verhängnissvolle  Zeit
gefallen  sind,  in  der,  man  muss  es  bekennen,  Lust  und  Liebe  zu
den  mühsamsten  Studien  erkalten  müssen,  weil  sie  gar  keine
Theilnahme  finden,  der  wird  unsere  Leistungen,  unter  denen  doch
wenigstens  viel  brauchbares  Material  (nur  muss  man  beurtheilen ­
  können,  wozu  es  brauchbar)  nicht  mit  Ungunst  aufnehmen.
—  Ich  habe  in  dieser  Beziehung  ausserhalb  Oesterreichs  mehr  Anerkennung ­
  unserer  Bestrebungen  gefunden  als  daheim.  Doch  es  darf
nicht  auffallen,  das  ist  unsere  alte  Sünde.
Zweitens  erwähne  ich  dieses  Umstandes,  der  geringen  Mitwirkung ­
  daheim,  aus  dem  Grunde,  weil  ich  dafür  halte,  die  historische ­
  Section  unserer  Classe  müsse  sich  um  mitwirkende  Kräfte
bewerben,  w r o  sie  auch  zu  finden  seien.  Die  österreichische  und
die  von  ihr  unzertrennliche  deutsche  Geschichte  kann  von  vielen
Seiten  her  gefördert  werden.  Die  bayerischen  Geschichtsforscher
sehen  die  Nothwendigkeit  einer  engeren  Verbindung  mit  den  österreichischen, ­
  zur  Bearbeitung  gewisser  Zeiträume  und  Verhältnisse,
gar  wohl  ein.  Die  wiirtemhergischen  sowie  die  badischen  Forscher
sind  ebenso  angewiesen  auf  österreichische  Geschichtsforschung;
beträchtliche  Theile  dieser  Lande  waren  einst  österreichisch
(Sclnväbisch-Oesterreich,  Breisgau).  Vor  allem  hat  aber  die  innigste ­
  Verbindung  Statt  zwischen  österreichischer  und  schweizerischer ­
  Geschichte.  —  Ich  habe  in  dieser  Hinsicht  nicht  wenige
Verbindungen  angeknüpft  und  von  allen  Seiten  die  grösste  Bereitwilligkeit ­
  gefunden;  die  Früchte  dieses  Entgegenkommens  werden
auf  sich  nicht  warten  lassen.
Es  ist  aber  zu  diesem  Behufe,  der  wechselseitigen  Förderung,
sehr  wünschenswerth,  mit  den  gelehrten  Instituten,  besonders  den
historischen  Vereinen  Bayerns,  Württembergs,  Badens,  der  Schweiz,
einen  Schriftentausch  zu  treffen.  Ich  erlaube  mir  in  dieser  Beziehung ­
  wieder  auf  das  nachalimenswerthe  Beispiel  der  Münchener
Akademie  hinzudeuten.  Dieselbe  gibt  ihre  Schriften  an  nicht  we-Sitxb.
  d.  philos.  hislor.  CI.  Jahrg.  1850.  II.  Bd.  III.  lieft.  15
            
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