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Nach dem Verhältnisse dürften sich bei zweihundert (192)
Gelehrte mit vaterländischer Geschichte beschäftigen.
Ich erwähne diess, um erstens unsern bisherigen Leistungen
ein billiges und vielleicht auch ein anerkennendes, wenigstens den
Willen anerkennendes Urtheil des Inlandes und Auslandes zu verschaffen.
Wer bedenkt, mit wie wenigen Kräften wir begonnen
haben, w'ie unsere Unternehmungen in eine verhängnissvolle Zeit
gefallen sind, in der, man muss es bekennen, Lust und Liebe zu
den mühsamsten Studien erkalten müssen, weil sie gar keine
Theilnahme finden, der wird unsere Leistungen, unter denen doch
wenigstens viel brauchbares Material (nur muss man beurtheilen
können, wozu es brauchbar) nicht mit Ungunst aufnehmen.
— Ich habe in dieser Beziehung ausserhalb Oesterreichs mehr Anerkennung
unserer Bestrebungen gefunden als daheim. Doch es darf
nicht auffallen, das ist unsere alte Sünde.
Zweitens erwähne ich dieses Umstandes, der geringen Mitwirkung
daheim, aus dem Grunde, weil ich dafür halte, die historische
Section unserer Classe müsse sich um mitwirkende Kräfte
bewerben, w r o sie auch zu finden seien. Die österreichische und
die von ihr unzertrennliche deutsche Geschichte kann von vielen
Seiten her gefördert werden. Die bayerischen Geschichtsforscher
sehen die Nothwendigkeit einer engeren Verbindung mit den österreichischen,
zur Bearbeitung gewisser Zeiträume und Verhältnisse,
gar wohl ein. Die wiirtemhergischen sowie die badischen Forscher
sind ebenso angewiesen auf österreichische Geschichtsforschung;
beträchtliche Theile dieser Lande waren einst österreichisch
(Sclnväbisch-Oesterreich, Breisgau). Vor allem hat aber die innigste
Verbindung Statt zwischen österreichischer und schweizerischer
Geschichte. — Ich habe in dieser Hinsicht nicht wenige
Verbindungen angeknüpft und von allen Seiten die grösste Bereitwilligkeit
gefunden; die Früchte dieses Entgegenkommens werden
auf sich nicht warten lassen.
Es ist aber zu diesem Behufe, der wechselseitigen Förderung,
sehr wünschenswerth, mit den gelehrten Instituten, besonders den
historischen Vereinen Bayerns, Württembergs, Badens, der Schweiz,
einen Schriftentausch zu treffen. Ich erlaube mir in dieser Beziehung
wieder auf das nachalimenswerthe Beispiel der Münchener
Akademie hinzudeuten. Dieselbe gibt ihre Schriften an nicht we-Sitxb.
d. philos. hislor. CI. Jahrg. 1850. II. Bd. III. lieft. 15