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wohl nicht den entsprechenden Ausdruck vorfand; doch anderseits
einen so schätzbaren Fond an Wurzeln, seihst für psychologische
Vorstellungen und abstracte Begriffe mit sich brachte, und liiemit
eine so lebendige Bildsamkeit verband, dass man dem Volke, welches
sich eine solche Sprache schuf, unter was immer für einem Namen
notlnvendigervveise eine sehr bedeutsame Vergangenheit, nicht
gewöhnliche geistige Bedürfnisse, ja eine längst untergegangene
Culturperiode zuerkennen muss; wenn auch die Zeit seine Denkmäler
längst begraben und deren Erinnerung selbst aus dem Gedächtnisse
der Jahrhunderte hindurch unter feindlichen Gestirnen
und beschränkten Verhältnissen von der alten Blüthe herabgekommenen
Enkeln verlöscht war.
Es ist ja selbst die Frage, ob die Ungern eigene Schriftzeichen
aus ihren östlichen Wohnsitzen mit nach Pannonien
brachten, durchaus keine so unstatthafte, als Schwartner meinte.
Dass die Sekler, ein sehr alter ungrischer Stamm, der nach den
Chroniken und seiner eigenen Tradition ein Rest der atilanischen
Hünen ist, bis ins siebzehnte Jahrhundert herauf sich im gemeinen
Leben ihrer eigenen uralten Schrift bedienten, ist durch eine ununterbrochene
Reihe ganz glaubwürdiger Geschichtsschreiber,
welche diese Schrift zu verschiedenen Zeiten kannten, über allen
Zweifel erhoben; und bereits die ältesten Chroniken bezeugen die
Existenz derselben. Nun ist es aber nicht anzunehmen, dass
diese Schritt durch die Sekler selbst in ihren dakischen Sitzen erfunden
wurde; ihre dasigen Bedürfnisse forderten sie zu einer
solchen Erfindung, und wäre es auch nur ein Entlehnen mit bedeutender
Umgestaltung, wie Kezai meint, gewesen, nicht auf;
auch war daselbst die römische Schrift so bekannt und verbreitet,
dass die einfache Aufnahme derselben viel näher gelegen hätte.
Hiezu kommt noch, dass die Sekler Schrift perpendiculär von
oben nach unten lief, wie dies bei der mongolischen der Fall ist,
und sowohl hiedurch als durch die technischa Weise der Ausführung
— (da sich die Sekler hiebei statt des Papiers oder der
Häute und der Dinte länglicher Stäbe bedienten, in welche sie ihre
Schrift mit Stylen einritzten, daher ihr Name roväs, von rö,
ritzen, wie die skandinavischen Runen nach Grimm von dem
gleichbedeutenden alten Zeitwort runen benannt wurden) — mit
Ausschluss jedes europäischen Einflusses, auf Mittelasien, und zwar