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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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wohl  nicht  den  entsprechenden  Ausdruck  vorfand;  doch  anderseits
einen  so  schätzbaren  Fond  an  Wurzeln,  seihst  für  psychologische
Vorstellungen  und  abstracte  Begriffe  mit  sich  brachte,  und  liiemit
eine  so  lebendige  Bildsamkeit  verband,  dass  man  dem  Volke,  welches ­
  sich  eine  solche  Sprache  schuf,  unter  was  immer  für  einem  Namen ­
  notlnvendigervveise  eine  sehr  bedeutsame  Vergangenheit,  nicht
gewöhnliche  geistige  Bedürfnisse,  ja  eine  längst  untergegangene
Culturperiode  zuerkennen  muss;  wenn  auch  die  Zeit  seine  Denkmäler ­
  längst  begraben  und  deren  Erinnerung  selbst  aus  dem  Gedächtnisse ­
  der  Jahrhunderte  hindurch  unter  feindlichen  Gestirnen
und  beschränkten  Verhältnissen  von  der  alten  Blüthe  herabgekommenen ­
  Enkeln  verlöscht  war.
Es  ist  ja  selbst  die  Frage,  ob  die  Ungern  eigene  Schriftzeichen ­
  aus  ihren  östlichen  Wohnsitzen  mit  nach  Pannonien
brachten,  durchaus  keine  so  unstatthafte,  als  Schwartner  meinte.
Dass  die  Sekler,  ein  sehr  alter  ungrischer  Stamm,  der  nach  den
Chroniken  und  seiner  eigenen  Tradition  ein  Rest  der  atilanischen
Hünen  ist,  bis  ins  siebzehnte  Jahrhundert  herauf  sich  im  gemeinen
Leben  ihrer  eigenen  uralten  Schrift  bedienten,  ist  durch  eine  ununterbrochene ­
  Reihe  ganz  glaubwürdiger  Geschichtsschreiber,
welche  diese  Schrift  zu  verschiedenen  Zeiten  kannten,  über  allen
Zweifel  erhoben;  und  bereits  die  ältesten  Chroniken  bezeugen  die
Existenz  derselben.  Nun  ist  es  aber  nicht  anzunehmen,  dass
diese  Schritt  durch  die  Sekler  selbst  in  ihren  dakischen  Sitzen  erfunden ­
  wurde;  ihre  dasigen  Bedürfnisse  forderten  sie  zu  einer
solchen  Erfindung,  und  wäre  es  auch  nur  ein  Entlehnen  mit  bedeutender ­
  Umgestaltung,  wie  Kezai  meint,  gewesen,  nicht  auf;
auch  war  daselbst  die  römische  Schrift  so  bekannt  und  verbreitet,
dass  die  einfache  Aufnahme  derselben  viel  näher  gelegen  hätte.
Hiezu  kommt  noch,  dass  die  Sekler  Schrift  perpendiculär  von
oben  nach  unten  lief,  wie  dies  bei  der  mongolischen  der  Fall  ist,
und  sowohl  hiedurch  als  durch  die  technischa  Weise  der  Ausführung ­
  —  (da  sich  die  Sekler  hiebei  statt  des  Papiers  oder  der
Häute  und  der  Dinte  länglicher  Stäbe  bedienten,  in  welche  sie  ihre
Schrift  mit  Stylen  einritzten,  daher  ihr  Name  roväs,  von  rö,
ritzen,  wie  die  skandinavischen  Runen  nach  Grimm  von  dem
gleichbedeutenden  alten  Zeitwort  runen  benannt  wurden)  —  mit
Ausschluss  jedes  europäischen  Einflusses,  auf  Mittelasien,  und  zwar
            
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