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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

wollen,  so  soll  zuvörderst  der  Herzog  von  Venedig  und  die  Gemeinde ­
  ihnen  einen  Eid  abzunehmen  suchen;
dass  sie  nicht  gegen  unser  Kaiserthum  ziehen  wollen,  und
so  sollen  sie  ihnen  erlauben,  wohin  sie  wollen,  ihrem  Geschäft
nachzugehen.
Sollten  aber  vielleicht  einige  Pilger,  zehn  bis  zwanzig  an  der
Zahl,  übersetzen  wollen,  so  soll  ihnen  der  Herzog  von  Venedig  und
die  Gemeinde  durchaus  keinen  Eid  abfordern.
Es  sollen  die  Handelsleute  aus  unsern  kaiserlichen  Landen,
welche  nach  Venedig  reisen  wollen,  alle  beliebigen  Geschäfte  vornehmen ­
  und  das  Zollgeld  bezahlen,  wie  es  in  Venedig  Herkommen
ist,  und  nach  Gutdünken  und  unbehindert  Waaren  aufkaufen.
Die  Länder,  welche  Venedig  gegenwärtig  in  Besitz  hat,  Coron
  und  Modon,  soll  dasselbe  behalten  ,  wie  sie  selbe  wirklich  in
der  Gewalt  hat.
Es  soll  die  Insel  Kreta  behalten,  alle  Leute  aber  aus  unserem
Kaiserreich,  welche  sich  dort  vorfinden,  soll  unsere  Majestät  zurückerhalten, ­
  die  Insel  jedoch  soll  unsere  Majestät  sodann  nicht
mehr  in  Anspruch  nehmen.
Die  Insel  des  Aegaeischen  Meeres,  welche  der  Herzog  von
Venedig  zum  Einkommen  hatte,  soll  er  wieder  haben.
Alle  Inseln  aber,  welche  unter  dem  Kaiserthum  und  dem  Fürstenthum ­
  standen,  während  die  Lateiner  Herren  von  Constantinopel
waren,  sollen,  so  Gott  will,  seiner  Majestät  zufallen,  so  wie  unseren
Erben  und  Nachfolgern  in  Romanien  verbleiben.
Was  Euripos  betrifft,  sollen  sie,  wenn  sie  gegenwärtig  dort
eine  Besitzung  haben,  dieselbe  behalten.
Unsere  Majestät  soll  ihnen  in  Halmyros  einen  Ort  zur  Ansiedelung ­
  anweisen,  wo  sie  ihren  Aufenthalt  nehmen  mögen.
Weil  aber  unsere  kaiserliche  Regierung  mit  Euripos  im  Kriege
ist,  und  sich  dort  Venetianer  befinden,  so  soll  dieselbe  die  SchiiT-Lände
  von  Halmyros  besetzt  halten,  damit  nicht  die  Venetianer
auf  Euripos  von  besagter  Lände  Ess-  und  Trinkwaaren  wegnehmen,
und  selbe  zum  Unterhalt  unserer  Feinde  auf  Euripos,  der  Lateiner, ­
  ausführen.
Bis  es  Gott  gefällt,  und  unsere  Majestät  Euripos  in  die  Gewalt ­
  bekommt,  soll  dieselbe  auch  von  gedachter  Lände  zum  Besten
von  Venedig  die  Sperre  aufheben.
            
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