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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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Nicäa  besondere  Erwähnung  verdienen,  da  besonders  die  beiden
letztem  bald  nach  ihrer  Constituirung  die  Untergrabung  des
schwachen  Reiches  der  Lateiner  in  Constantinopel  eifrig  begannen.
Wirklich  mussten  diese  schon  im  Jahre  1206  ihre  wenigen
Besitzungen  in  Kleinasien,  etwas  später  aber  auch  einige  Inseln
im  ägäischen  Meere  aufgeben,  und  lebten  längere  Zeit  mit  dem  mehr
und  mehr  sich  befestigenden  Reiche  von  Nicäa  in  halbem  Frieden
oder  Krieg,  verloren  später  eine  blutige  Schlacht  an  den  zweiten
Kaiser  von  Nicäa,  und  nur  der  Heldenrauthdes  zur  Macht  in  Constantinopel ­
  berufenen  Königs  von  Jerusalem,  des  alten  Johann  von
Brienne,  rettete  das  siechende  lateinische  Kaiserreich  von  einer
Erstürmung  durch  die  mit  den  nahen  Bulgaren  vereinigten  Griechen.
Gleichwohl  maehten  seit  1237  die  Griechen  von  Nicäa,  deren  Reich
bereits  die  kleinasiatische  Westküste  vom  schwarzen  Meere  bis
nach  Smyrna  umfasste,  immer  weitere  Fortschritte  gegen  Constantinopel. ­
  Die  jetzt  diesen  Griechen  entfremdeten  Bulgaren  wurden ­
  durch  sie,  obwohl  nur  vorübergehend,  aus  Südthracien  bis  an
die  untere  Donau  zurückgeworfen,  das  Königreich  Thessalonich
den  Lateinern,  Epirus  den  dortigen  griechischen  Despoten  entrissen,
und  Vatatzes,  Kaiser  von  Nicäa,  war  nahe  daran,  Constantinopel
sich  ganz  zu  unterwerfen,  als  ihn  der  Tod  ereilte.  Seine  beiden
Nachfolger  (Sohn  und  Enkel)  vermochten  aber  nicht,  die  Pläne
des  Vorfahrs  auszuführen.  Dieses  geschah  erst  durch  den  Vormund ­
  und  Throngenossen  des  jungen  Kaisers,  Michael  Paläologus,
der  in  sich  alle  dem  Stifter  einer  neuen  Dynastie  anhängenden
Tugenden  nnd  Laster  vereinigte.  Wie  dieser  Grieche  im  Jahre
1259  zur  Alleinherrschaft  in  Nicäa,  und  durch  den  Beistand  der
Genuesen  im  Jahre  1261  zum  Besitze  von  Constantinopel  gelangte,
ist  aus  den  gleichzeitigen  Schriftstellern  bekannt.  Michael  Paläologus ­
  regierte  von  1259  bis  1282.  Besondern  Dank  hatte  er  den
Genuesen  für  das  Gelingen  seiner  Plane  auf  Constantinopel  abzustatten; ­
  aber  auch  die  Pisaner  und  Venetianer  wurden  nicht  vergessen; ­
  und  als  bald  nachher  zwischen  Venedig  und  Genua  Krieg
ausbrach,  wusste  das  siegreicheVenedig  sich  sogar  ein  besonderes
Bündniss  von  dem  griechischen  Kaiser  auszuwirken,  welches  in
ziemlich  feindseligem  Sinne  gegen  Genua  abgefasst  ist.  Die  gleichzeitigen ­
  Quellenschriftsteller  geben  von  dem  damaligen  Verhältnisse ­
  zwischen  Constantinopel  und  Venedig  keine  nähern  Auf-
            
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