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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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welche  trotz  ihres  jungen  Bestandes  bereits,  wie  bekannt  ist,  Ausgezeichnetes ­
  geleistet  hat.
Von  diesen  zwei  Voraussetzungen  ist  mit  Gottes  Hilfe  die
zweite  bereits  zur  Wahrheit  geworden,  indem  mein  mehrjähriger
vielerprobter  Freund,  der  hier  anwesende  Akademiker  von  München,
Dr.  Thomas,  Professorder  alten  Literatur,  Geschichte  und  deutschen ­
  Sprache  an  der  dortigen  k.  Kriegsschule,  sich  zur  Mitarbeit
bereit  erklärt  hat,  wenn  die  erste  Voraussetzung,  die  einer  Unterstützung ­
  des  Unternehmens  durch  die  hohe  Akademie  der  Wissenschaften ­
  —  in  Erfüllung  gehe.  Und  diese  Hilfe  ist  es,  welche  wir
Beide  hiermit  ehrerbietigst  nachsuchen  wollen.
Das  kaiserliche  Archiv  ist  im  Besitze  einer  höchst  bedeutenden ­
  Masse  der  interessantesten  venetianischen  Staatsurkunden,
welche  allmählich  zu  veröffentlichen  wohl  an  der  Zeit  sein  dürfte.
Es  sind  dieselben  in  besondere  Abtheilungen  oder  Sammlungen
vereinigt,  über  deren  Titel  und  Inhalt  nachstehende  Bemerkungen
für  jetzt  wohl  genügen  werden.
1.  Libe  r  blancus.  Die  Sammlung  begreift  Urkunden,  die
sich  auf  das  Verhältniss  Venedigs  zu  den  andern  italienischen
Staaten  und  den  deutschen  Kaisern  beziehen.  Hier  ist  wohl  das
älteste  aus  dem  venetianischen  Archiv  vereinigt,  da  schon  Diplome
der  Karolinger  Vorkommen.  Eine  dereinstige  besondere  Veröffentlichung ­
  scheint  wünschenswert  zu  sein.  Die  folgenden  Sammlungen, ­
  vier  an  der  Zahl,  gehen  unser  Unternehmen  unmittelbar  an.
2.  Liber  albus.
3.  Liber  pactorum.
4.  Libri  commemoriales.
5.  Libri  misti.
Von  diesen  Sammlungeu  haben  wir,  so  weit  Zeit  und  Kraft
reichten,  nicht  bloss  durch  Benützung  der  schön  verfassten
Repertorien,  sondern  auch  durch  Studium  einzelner  Diplome  und
dergleichen  uns  Kenntniss  zu  verschaffen  gesucht.  —  Die  Sammlungen ­
  von  2,  3,  4  gehören  zusammen,  haben  vieles  (glücklicherweise ­
  für  einen  künftigen  Bearbeiter)  gemeinschaftlich,  und  erläutern ­
  in  bewundernswürdiger  Fülle  Venedigs  Verhältnisse  zu  den
griechischen  und  lateinischen  Kaisern  in  Constantinopel  vom  Ende
des  eilften  bis  zur  Mitte  des  fünfzehnten  Jahrhunderts,  so  wie  zu
den  moslemischen  Machthabern  von  Tunis  und  Aegypten,  zu  den
            
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