Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

168

weit  diese  mit  unserem  Vorhaben  im  nächsten  Bezüge  stehen,  Urtheile
  und  Wünsche  vorzutragen;  endlich  der  hohen  Akademie
gleich  jetzt  in  meines  Collegen  und  in  meinem  Namen  eine  druckfertige ­
  Probe  unserer  hiesigen  venetianischen  Studien  ehrerbietigst
vorzulegen,  deren  Ausarbeitung,  neben  unserer  angestrengten  Benützung ­
  der  andern  historischen  Schätze  der  k.  k.  Hofbibliothek,
insbesondere  des  k.  k.  Staatsarchives,  uns  nur  durch  das  edelmüthige
  Entgegenkommen  der  hohen  Behörden  möglich  geworden  ist.
Ich  bin  von  den  Studien  der  Theologie  und  der  orientalischen
Sprachen  (die  letztere  unter  Anleitung  meines  unvergesslichen
Lehrers  Schnurr  er)  zu  denen  der  altclassischen  Literatur,  von
diesen  aber  zu  der  Erforschung  des  Mittelalters  übergegangen,
mitbesonderer  Beziehung  auf  Byzanz  und  das  lateinische ­
  Abendland.  Diesen  fortschreitenden  Wechsel,  oder
diese  Erweiterung  meines  Wissens  habe  ich  auch  als  Philolog
nie  bedauert,  ausser  wenn  die  Mittel  zum  wissenschaftlichen  Fortschreiten ­
  minder  ergiebig  waren.
Zum  genauem  Studium  des  räthselhaften  Byzantiner  Staates
hat  mich  aber  der  alte  dorische  Dichter  Pindar,  der  vor  vielen ­
  Jahren  (1824  —1828)  meine  volle  literarische  Liebe  in  Anspruch ­
  nahm,  hinüber  geleitet.  So  fand  ich  (wie  bekannt)  eine
von  den  Gelehrten  längst  gesuchte  Einleitung  des  gelehrten  Homererklär ­
  ers  Eustathius  von  Thessalonich  in  einer  Basler  Handschrift,
in  derselben  Handschrift  ist  aber  eine  solche  Fülle  anderer  lehrreicher ­
  Abhandlungen  und  Berichte  über  den  Zustand  der  griechischen ­
  Kirche  und  ihrer  vielen  Klöster,  zugleich  über  das  Ende  der
Komnenenherrschaft  und  den  letzten  Feldzug  der  sicilianischen
Normannen  gegen  Constantinopel  vom  Jahre  1185,  dass  ich  mich
bewogen  fühlte,  das  Ganze  im  Jahre  1832  mit  einem  Anhänge  unedirter
  trapezuntinischer  Staatsurkunden  herauszugeben.
Seit  dieser  Zeit  war  irgend  eine  Bearbeitung  der  byzantinischen ­
  Geschichte  für  mich  entschieden,  mochte  diess  in  grösserem
oder  kleinerem  Masstabe,  in  dieser  oder  jener  Richtung  unternommen ­
  werden.  Neben  der  mittelgriechischen  Theologie,  mit  besonderer ­
  Beziehung  auf  das  Klosterleben,  beschloss  ich,  die  Statistik
und  Geographie  des  grossen  Reiches  zu  bearbeiten,
oder  vielmehr  erst  eine  Grundlegung  derselben  zu  unternehmen.
Es  zeigte  sich  mir  nämlich,  dass  wir  nicht  bloss  eine  wahrhaft
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.