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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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ser  Höhlenverbindung  reich  an  interessanten  Resultaten  sein
müsse  —■  und  sollte  eine  Communication,  wäre  es  auch  nur  ein
Fusstcig,  herzustellen  sein  ,  so  würde  das  eine  Wohithat  sein,
den  Winterstürmen  der  Bora  entgehen  zu  können.

Noch  grossartiger  ist  eine  zweite  Höhlenverbindung,  am
Südrande  des  Karstes.  Die  älteren  Schriftsteller  sind  gleichfalls
darüber  einig,  dass  die  Reka  ,  welche  sich  in  die  Grotte  von
St.  Canzian  stürzt,  und  der  Timavo,  welcher  hei  Duino  aus  den
berühmten  9  Oeffnungen  zu  Tage  bricht,  ein  und  dasselbe  Gewässer ­
  sind.  Ueber  diesen  unterirdischen  Wasserlauf  von  nicht
weniger  als  5  Meilen  Länge  ist  nur  eine  einzige  Untersuchung
bekannt  geworden.  Der  Brunnenmeister  der  Stadt  Triest,  Herr
Jac.  Swettina  hat  nämlich  1840  von  St.  Canzian  die  Reka
unterirdisch  410  Klafter  weit  verfolgt,  und  ist  gleichfalls  nicht
wegen  zu  grosser  Hindernisse  umgekehrt,  sondern  weil  er  seinen
Zweck  erreicht  hatte,  die  Richtung  des  Laufes  erforscht  zu  haben.
Es  handelte  sich  nämlich  darum,  der  S  tadt  Triest  durch  eine  unterirdische ­
  Leitung  Wasser  zu  verschaffen,  was  aber  durch  die  Richtung ­
  der  Reka  einen  Stollen  von  1600  Klafter  nöthig  machen
würde.
Es  wird  genügen,  hier  auf  diese  beiden  wichtigsten  und  grossartigsten ­
  unterirdischen  Verbindungen  hinzuweisen,  deren  Krain
aber  unzählige  besitzt.  Es  ist  höchst  wahrscheinlich,  dass  mehrere
Höhlensysteme  bestehen,  von  meilenweiter  Ausdehnung,  wie  denn
gleich  die  Adelsberger  Grotte  1250  Klafter  nach  Nordwest  sich
erstreckt,  indess  die  Seitenhöhle,  welche  die  Prick  aufnimmt,
3000  Klafter  (in  gerader  Linie)  gegen  Nordost  sich  verlaufen
muss.  So  grossartige  Erscheinungen  sind  gewiss  nur  darum
bisher  nicht  näher  erforscht  worden,  w r eil  die  Schwierigkeiten  im
Verhältnisse  mit  der  Grösse  der  Erscheinungen  stehen,  und  nicht
durch  die  Kräfte  eines  Einzelnen  gehoben  werden  können.  Wenn
es  nun  auch  meine  nächste  Aufgabe  sein  wird,  die  Verbindung  der
Neuhäusler  und  der  Adelsberger  Grotte  zu  suchen,  so  ist  doch
der  Erfolg  auch  der  angestrengtesten  Bemühungen  nicht  vorherzusagen. ­
  Ich  werde  nicht  ermangeln,  der  geehrten  Classe  die
gewonnenen  Resultate  vorzulegen.
            
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