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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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und  verzierte  Platten  eingefügt  sind,  welche  ehemals  irgendwo
als  Deckenstücke  gedient  haben  mögen.
Merkwürdig  nun  vor  allen  sind  die  Säulen  durch  ihre  Capitäler,
  welche,  keiner  bestimmten  Ordnung  gehörend,  phantastischen
Schmuk  von  Laubwerk,  aber  auch  die  seltener  vorkommenden  Figuren ­
  von  Adlern  zeigen.  Die  gegenüber  stehenden  Säulen  sind  immer
gleich,  aber  jedes  Paar  hat  andere  Verzierung.—  Das  Presbyterium, ­
  im  halben  Cirkel  endend,  enthält  vier  Säulen;  die  Wand  ist
aber  durchaus  von  den  Türken  übertüncht,  und  mit  Bäumen  bemahlt
  worden.
Die  beiden  Abseiten  (Nebenschiffe)  sind  durch  Reihen  von
zwölf  kleineren  Marmorsäulen  abgetheilt,  so  dass  zwei  Gallerien
entstehen,  deren  untere  die  äussere  Hälfte  der  Abseite  selbst  einnimmt, ­
  die  obere  aber  in  die  Kirche  sieht,  und  selbst  wieder  eilf
Säulen  enthält.  In  gleicher  Linie  mit  dem  Presbyterium  enden  die
Abseiten  in  zwei  Capellen,  und  ein  paar  Stufen  erhöht,  an  deren
Eingang  zwei  herrliche  Säulen  von  rothem  Granit  stehen,  hinter
welchen  noch  zwei  andere.  Im  Ganzen  zählt  dieser  schöne  Bau
nicht  weniger  als  vier  und  siebzig  Säulen.
Das  Schiff  bietet  die  prachtvollste  Abwechslung  von  Marmor-Mosaik,
  ist  aber  durchaus  rosenfarb  getüncht,  bis  auf  die  Bögen  ober
den  Säulen.  Der  Bogen  selbst  wird  durch  einen  rothen  Mäander
eingefasst,  unter  welchem  weisse,  graue  oder  grüne  Marmorstücke
nach  Art  des  Bogenbaues  eingefügt  sind.  Darüber  eine  grosse
Platte,  unterhalb  nach  der  Curve  des  Mäanders  ausgeschnitten.  In
den  Ecken  sind  Ringe  eingesetzt,  jeder  auf  andere  Art  mit  farbigem
Marmor  ausgelegt.  In  der  Höhe  läuft  eine  schmale  Leiste,  deren
Marmorstücke  ein  Sparrenwerk  imitiren,  mit  schwarzen  Köpfen.
Auch  die  obere  Colonnade  ist  mit  Marmor  eingelegt,  aber  einfacher;
unter  dem  Dache  endlich  laufen  Doppelfenster  herum.  Der  Dachstuhl ­
  ist  offen;  das  Dach  war  einst  mit  Blei  gedeckt.
Die  Ballustrade  des  Chores  enthält  die  grösste  Marmorplatte,
von  6'  Länge.  Prokesch  behauptet,  dass  die  Schäfte  aller  Säulen
antik  seien.—  Seine  Behauptung,  dass  diese  prachtvolle  Kirche
„tief  eingeprägt  den  Stämpel  neugriechischer  Barberei  trage”,  könnte
sich  nur  auf  den  Umstand  beziehen,  dass  sehr  viele  Marmorplatten
des  Chores  antike  Monumente  waren,  welche  abgeschliffen,  zersägt ­
  und  hier  verwendet  worden  sind.  Die  Untersuchung  des
            
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