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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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Stelle,  auf  der  Akropolis  oder  dgl.  so  geziert  haben 1 ).  Die  Citadelle
  war  mir  leider  unzugänglich,  obwohl  ein  Consulatsbeamter
mich  dahin  begleitete,  nicht  aus  militärischen  Rücksichten,  sondern ­
  weil  Frauen  des  Pascha  sich  darin  befanden,  wenn  wir  nicht
belogen  wurden.  Die  sorgfältigsten  Erkundigungen  nach  den  angeblich ­
  darin  befindlichen  Resten  eines  Triumphbogens  des  Marc-Aurel
  blieben  erfolglos,  und  so  wollte  auch  Niemand  etwas  von
dem  colossalen  Torso,  einer  Statue  der  Gattin  des  Cassander,  wissen, ­
  die  sich  dort  finden  soll.
Es  ist  keine  neue  Erscheinung,  dass  über  den  Resten
des  classischen  Alterthums  die  Monumente  des  Mittelalters  im
weitesten  Umfange  des  Wortes  weniger  berücksichtiget,  ja  vernachlässiget ­
  werden.
So  bedeutend  nun  die  antiken  Monumente  Salonik’s 2 )  auch
sind,  so  scheinen  mir  doch  die  grossen  byzantinischen  Kirchen,
jetzt  sämmtlich  Moscheen,  nicht  weniger  interessant.
Die  grösste  und  prachtvollste  ist  die  ehemalige  Demetrius-Kirche,
  wohl  auch  Dmitri-Moschee  genannt,  wird  von  allen
Schriftstellern  auch  als  solche  anerkannt,  aber  trotz  dem  mit  ein
paar  flüchtigen  Zeilen  abgefertigt.  Das  Innere  ist  zwei  und  sechzig
Schritte  lang,  und  in  drei  Schifte  oder  Abseiten  getheilt,  deren
jede  dreizehn  Schritte,  das  Hauptschiff  aber  vierzehn  Schritte
in  der  Breite  hält.  Die  Eingangshalle  wird  von  zwei  Säulen
aus  Verde  autico  getragen,  und  von  zwei  Pfeilern,  welche  ganz  mit
Platten  von  weissem  Marmor  belegt  sind.  Wo  vier  Platten  zusammenstossen,
  sind  sie  durch  Nägel  befestigt,  mit  grossen  runden
(Bronze?)  Knöpfen.  Das  Schiff  selbst  wird  beiderseits  durch  eine
prachtvolle  Colonnade  getragen;  zuerst  kommen  drei  Säulen,  hierauf ­
  ein  Marmorpfeiler;  dann  vier  Säulen  des  schönsten  Verde
autico  und  dann  wieder  drei  Säulen.  Der  Boden  besteht  aus  Marmorpflaster, ­
  in  welchem  viele  unkenntlich  gewordene  Grabsteine

■)  Uebrigens  ist  die  ganze  Stelle,  welche  aus  diesem  läthselhaften  Mauerwerk ­
  besteht  nur  etwa  36  Fuss  lang  12  Fuss  hoch,  und  befindet  sich
zunächst  am  Boden.
2 )  Salonik  zählt  jetzt  bei  48-000  Einwohner,  darunter  6000  Christen  (500
Katholiken)  aber  30,000  Juden,  meistens  spanischer  und  portugiesischer
Abkunft,  welche  auch  unter  sich  noch  spanisch  sprechen.  Auch  die
Zigeuner  sind  zahlreich  und  bewohnen  ein  eigenes  Stadtviertel.
            
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