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Stelle, auf der Akropolis oder dgl. so geziert haben 1 ). Die Citadelle
war mir leider unzugänglich, obwohl ein Consulatsbeamter
mich dahin begleitete, nicht aus militärischen Rücksichten, sondern
weil Frauen des Pascha sich darin befanden, wenn wir nicht
belogen wurden. Die sorgfältigsten Erkundigungen nach den angeblich
darin befindlichen Resten eines Triumphbogens des Marc-Aurel
blieben erfolglos, und so wollte auch Niemand etwas von
dem colossalen Torso, einer Statue der Gattin des Cassander, wissen,
die sich dort finden soll.
Es ist keine neue Erscheinung, dass über den Resten
des classischen Alterthums die Monumente des Mittelalters im
weitesten Umfange des Wortes weniger berücksichtiget, ja vernachlässiget
werden.
So bedeutend nun die antiken Monumente Salonik’s 2 ) auch
sind, so scheinen mir doch die grossen byzantinischen Kirchen,
jetzt sämmtlich Moscheen, nicht weniger interessant.
Die grösste und prachtvollste ist die ehemalige Demetrius-Kirche,
wohl auch Dmitri-Moschee genannt, wird von allen
Schriftstellern auch als solche anerkannt, aber trotz dem mit ein
paar flüchtigen Zeilen abgefertigt. Das Innere ist zwei und sechzig
Schritte lang, und in drei Schifte oder Abseiten getheilt, deren
jede dreizehn Schritte, das Hauptschiff aber vierzehn Schritte
in der Breite hält. Die Eingangshalle wird von zwei Säulen
aus Verde autico getragen, und von zwei Pfeilern, welche ganz mit
Platten von weissem Marmor belegt sind. Wo vier Platten zusammenstossen,
sind sie durch Nägel befestigt, mit grossen runden
(Bronze?) Knöpfen. Das Schiff selbst wird beiderseits durch eine
prachtvolle Colonnade getragen; zuerst kommen drei Säulen, hierauf
ein Marmorpfeiler; dann vier Säulen des schönsten Verde
autico und dann wieder drei Säulen. Der Boden besteht aus Marmorpflaster,
in welchem viele unkenntlich gewordene Grabsteine
■) Uebrigens ist die ganze Stelle, welche aus diesem läthselhaften Mauerwerk
besteht nur etwa 36 Fuss lang 12 Fuss hoch, und befindet sich
zunächst am Boden.
2 ) Salonik zählt jetzt bei 48-000 Einwohner, darunter 6000 Christen (500
Katholiken) aber 30,000 Juden, meistens spanischer und portugiesischer
Abkunft, welche auch unter sich noch spanisch sprechen. Auch die
Zigeuner sind zahlreich und bewohnen ein eigenes Stadtviertel.