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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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lagen  an  beiden  Ufern  noch  in  demselben  Zustande  sich  befinden, ­
  wie  sie  Marsigli  vor  hundert  Jahren  gesehen  und
dargestellt  hat.  Die  Ziegel  sind  nicht  weniger  als  3  Fuss
lang,  1  Fuss  breit  und  das  Mauerwerk  von  unzerstörbarer
Festigkeit.

Einer  der  interessantesten  Puncte  meiner  Reise  war  Salonik,
  und  obwohl  alle  Reisewerke  einstimmen  in  der  Anerkennung ­
  der  Schönheit  der  Lage,  der  bedeutenden  Denkmale  der
alten  Thessalonica,  so  war  ich  doch  verwundert,  dass  die  herrlichen ­
  byzantinischen  Kirchen  daselbst  mit  so  kurzen  Worten
abgefertigt  werden.  Professor  Tafel  hat  in  seinen  beiden  Werken: ­
  De  Thessalonica  ejusque  agro  dissertatio  geographica,
JJerolini  1839  und  De  via  militari  Romanorum  Egnatia,  Tuhingae
  1842,  alles  gesammelt,  was  über  Salonik’s  Geschichte
Aufklärung  geben  kann.
Bekanntlich  soll  an  der  Ostseite  der  Stadtmauern  cyclopisches ­
  Mauerwerk  sich  finden.  Abgesehen  davon,  dass  nicht  die
ganze  Mauer,  sondern  nur  zunächst  dem  Friedhof-Thore  eine
Strecke  von  etwa  20  Klaftern  dieses  Mauerwerk  zeigt,  so  belehrt ­
  schon  der  erste  Anblick,  dass  von  cyclopischen  Mauern
hier  keine  Rede  sein  könne.  Es  sind  allerdings  gewaltige  Marmorblöcke ­
  10—12'lang,  lVa  —  2'  breit,  aber  sie  sind  behauen,
und  jedes  dieser  Stücke  ist  mit  einem  erhabenen  Rande  versehen.
Tafel  ist  der  Meinung,  dieses  Mauerwerk  sei  das  älteste
der  macedonischen  Könige,  bleibt  uns  aber  den  Beweis  dafür
schuldig.  Wer  die  Mauern  von  Constantinopel  gesehen  hat,  zu  denen ­
  hunderte  von  Säulen  aus  behauenen  Steinen  aller  Art  verwendet ­
  worden  sind,  dürfte  wohl  um  so  weniger  anstehen  an
jener  Angabe  zu  zweifeln,  als  eben  in  der  Nähe  dieses  sogenannten ­
  cyclopischen  Mauerwerkes  auch  Basreliefs  als  Bausteine
verwendet  worden  sind.  Der  Luxus  solcher  Werkstücke  wäre  in
alter  Zeit  (die  erste  Erwähnung  der  Mauern  bezieht  sich  auf  die
Niederlage  von  Antigonus  durch  Pyrrhus  nach  der  sich  dieser
hielier  zurückzog)  überhaupt  bedenklich  und  am  wenigsten  erklärlich ­
  für  den  Ort;  gewiss  würde  man  irgend  eine  vorragende
            
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