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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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Herr  Dr.  S  e  h  m  i  d  1  liest:  Reise-Notizen  zu  Kunstund
  A11  e  r  t  h  u  m  ')
Ich  erlaube  mir  der  verehrten  Classe  einige  Reise-Notizen  zu
Kunst-  und  Alterthum,  das  linke  Douau-Ufer,  Samsun  und  Salonik
betreffend,  vorzulegen,  welche  auf  Vollständigkeit  durchaus  keinen
Anspruch  machen,  aber  tlieilweise  neu  oder  doch  bestimmter  sind,
als  die  Angaben  der  bisherigen  Autoren.  Vielleicht  geben  diese
Notizen  künftigen  Forschern  Anlass  zu  weitern  Untersuchungen  an
Ort  und  Stelle.
Orsowa,  das  alte  Pescaba,  am  Einflüsse  der  Cierna  in  die
Donau  in  einer  reizenden  Thalbucht  gelegen,  blüht  sichtlich  empor, ­
  seit  es  eine  Hauptstation  der  Dampfschiffe  geworden  ist,
und  zählt  bereits  an  2000  Einwohner.  Die  Tradition  des  Volkes
weiss  aber  noch  von  der  einstigen  Ausdehnung  des  Ortes  bis  zur
Woditzer  Mühle  zu  reden,  und  für  die  Bedeutung  im  Alter-’)

  Im  Jahre  1846  machte  mir  der  Herr  Hofrath  v.  C  zornig  den  Antrag,
an  einem  grösseren  Werke  über  die  Donau  mitzuarbeiten  ,  welches  die
Donau-Dampfschifffahrts-Gesellschaft  herauszugeben  beabsichtigte.  Dieser
ehrenden  Einladung  zu  Folge  bereiste  ich  im  Herbste  desselben  Jahres
die  Donau  von  Wien  bis  zu  ihrer  Mündung,  im  Sommer  1847  den  Strom
aufwärts  bis  Ulm,  und  im  Jahre  1848  hätte  eine  dritte  Reise  abwärts
bis  zur  Mündung  das  Unternehmen  beschlossen,  bei  welchem  ich  namentlich ­
  das  rechte  serbisch  -  bulgarische  Ufer  kennen  zu  lernen  vorhatte.
Die  Ereignisse  der  letzten  Jahre  hinderten  die  Ausführung,  was  ich  um
so  mehr  zu  beklagen  habe,  als  die  erste  Reise,  wie  das  immer  der  Fall
ist,  in  mancher  Beziehung  nur  Recognoscirung  war.  Am  wichtigsten  waren ­
  mir  natürlich  die  berühmten  sogenannten  Katarakten  des  Ister;
ich  verschaffte  mir  in  Orsowa  die  nöthigen  Nachweisungen  und  habe  im
Jahrgange  1846  der  von  mir  herausgegebenen  österreichischen  Blätter  für
Literatur  und  Kunst  die  erste  umfassende  ,  auf  Messungen  beruhende
Schilderung  der  Stromschnellen  und  Stromengen  Tachtalia  und  Demir-Kapi
unter  dem  Gesammtnamen  des  eisernen  Thores  bekannt,  veröffentlicht.
Jene  Reise  verschaffte  mir  aber  Gelegenheit  gleichzeitig  eine  zweite  grössere ­
  daran  zu  knüpfen.  Ich  übernahm  es  nämlich,  die  sämmtlichen  Stationen ­
  des  österreichischen  Lloyd  in  der  Levante  zu  besuchen,  um  ein
Reisehandbuch  zu  entwerfen.  Meine  Fahrt  endete  daher  nicht  an  der  Sulina
  -  Mündung,  sondern  ich  ging  über  Constantinopel,  Samsun,  bis  Trapezunt,
  wieder  zurück  nach  Constantinopel,  dann  nach  Salonik,  Smyrna,
und  über  Griechenland,  Corfu  nach  Triest.  Auch  dieser  Reise  sollte  eine
zweite  folgen,  nach  Syrien  und  Aegypten,  welche  die  Ereignisse  verhinderten. ­

            
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