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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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Unser  Patriarch  Ludwig  H.  (der  XI.  in  der  Zählung  seines
Hauses)  war  einer  der  sieben  Söhne  Friedrich’s  II.  Herzogs  von
Teck  und  der  Gräfin  Anna  von  Helfenstein.  Ob  er  aber  in  Ungern ­
  geboren  sei  (wie  es  bei  de  Rubeis  p.  1037  heisst:  postulatus
  anno  1412.  die  6.  Julii  Ludovicus  hujus  nominis  II.  natione
Hungarus,  Ducibus  Techiis,  Sigismundo  Regi  addictissimus),
möchte  ich  sehr  bezweifeln,  da  ich  von  dem  Aufenthalte  seiner
Aeltern  in  Ungern  nirgends  eine  Spur  finden  kann.  Wohl  war
Ludwigs  Bruder,  Herzog  Ulrich  der  Schöne,  (auch  Blinde)  in
Kaiser  Sigismunds  Diensten,  nämlich  dessen  Reichsvicar  und
Feld  oberster  in  Italien,  wo  er  von  drei  Frauen  kinderlos  1432
gestorben  sein  soll.  (Vgl.  Gebhardi  II.  184).  Ludwig  war  erst
Augustiner-Mönch  zu  Mindelheim 1 ),  das  sein  Grossvater  Friedrich ­
  erworben  hatte,  und  durch  den  Gemahl  seiner  Schwester  Margaretha, ­
  Friedrich  den  letzten  Grafen  von  Ortenburg  in  Kärnten,
kaiserlichen  Reichsvicar  (j-  29.  März  1420)  zum  Patriarchen  in
Vorschlag  gebracht,  den  6.  Juli  1412  durch  Compromiss  berufen,
am  10.  in  Cividale  beeidiget  und  ihm  als  Patriarchen  von  den
Friaulern  gehuldigt.  Bei  jenen  kirchlichen  Wirren  war  am
3.  November  1417  seine  Wahl  von  der  römischen  Curie  noch  ohne
Bestätigung,  die  erst  durch  den  am  11.  desselben  Monats  erwählten ­
  Papst  Martin  V.  zu  Constanz  am  25.  Februar  1418  erfolgte.
Dieses  vordem  mächtige  Patriarchat  war  sowohl  durch  innere
Parteiungen  und  Unruhen  als  auch  durch  das  gewaltige  Venedig,
das  rastlos  seine  Macht  auf  dem  Festlande  zu  erweitern  strebte,
sehr  geschwächt  und  herabgesunken.  Ludwig  zog  gegen  die  Venetianer
  mit  einem  ungerischen  Hilfscorps  ,  wurde  aber  zweimal
1418  und  1422  geschlagen  und  seiner  Herrschaft  beraubt.  Die
Republik  behielt  das  ihr  so  wohl  gelegene  Friaul  um  so  leichter,
da  ihr  die  geldbedürftigen  Kaiser  grosse,  ihnen  dargeliehene  Summen ­
  schuldeten.  Herr  Schweitzer  lässt  den  Patriarchen  sich  nach
Trient  zurückziehen  und  daselbst  sterben.  Diess  ist  durchaus
*)  JH  i  nd  e  1  hei  in  in  Schwaben,  wo  in  der  St.  Stepbanskirche  mehrere  der
letzten  Teck  ruhen,  fiel  durch  Erbschaft  und  Kauf  um  1444  an  des  Patriarchen ­
  Schwester  Irmel  (oder  Amalie),  die  mit  Veit  von  Recliberg
vermählt  war.  Deren  Tochter  Barbara  brachte  diese  Herrschaft  ihrem
Gemahl  Ulrich  IV.  von  Freundsberg  zu,  dem  Vater  des  waffenberühmten
  Georgs  ,  den  die  Geschichte  mit  dem  Namen  des  Vaters  der
Landskuechte  ehret.
            
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