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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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Herr  Schweitzer  macht  in  voller  Uebereilung  die  1389  ermordete ­
  Elisabeth  zur  Stiefmutter  des  verhassten  Patriarchen,
da  sie  nach  de  Rubeis  pag.  983  die  Stiefmutter  des  ermordeten
Friedrich  von  Savorgnani  war.  Markgraf  Johann  Heinrich  hatte
nach  Hübner’s  genealog.  Tabellen  I.  107  wohl  ein  Fräulein  von
Waise  e  als  Stiefmutter,  wie  sie  mit  ihrem  Taufnamen  liiess  und
ob  sie  noch  damals  lebte,  ist  mir  unbekannt.
Die  erste  seiner  drei  von  Herrn  Schweitzer  abgebildeten
Münzen  führt  den  einfachen  Adler,  als  sprechendes  Wappen  von
Aquileja,  die  zwei  andern  den  geschachten  von  Mähren.
Nun  folgen  zwei  Anton,  deren  zweiter  noch  einen  Gegen-Patriarchen
  gleichen  Namens  hatte.  Anton  I.  d  e  Gaetauis
(1395—1402)  ,  aus  einer  vornehmen  römischen  Familie,  ward
vom  Papste  Bonifaz  IX.  zum  Patriarchen  erhoben.  Da  er  aber
bei  der  schwierigen  Lage  der  Dinge  und  seiner  körperlichen
Schwächlichkeit  nichts  zu  wirken  vermochte  ,  kehrte  er  nach  fünf
Jahren  nach  Rom  zurück  ,  wurde  Cardinal,  verzichtete  auf  sein
Patriarchat  und  starb  daselbst.  Von  ihm  hat  Schweitzer  drei
Stücke  abgebildet  und  beschrieben.
Nun  ernannte  derselbe  Papst  Anton  II.  Panciera  von
Portogruaro  im  Friaul,  Bischof  von  Concordia,  zum  Patriarchen.
Dessen  erste  Regierungsjahre  vergingen  bei  seiner  Thatkraft  ganz
ruhig;  später  aber  versuchten  seine  neuerungssüchtigen  Gegner,
die  mit  ihrem  Landsmanne  von  geringer  Herkunft  unzufrieden
waren,  heimlich  sein  Ansehen  und  seine  Macht  zu  untergraben
und  zu  vernichten  und  verleumdeten  ihn  bei  Papst  Gregor  XII.  so,
dass  er  ihn  nach  Rom  zur  Verantwortung  berief.  Da  er  nicht
erschien,  wurde  er  abgesetzt  und  Anton  III.  da  Po  nte,  gleichfalls ­
  Bischof  zu  Concordia,  an  seine  Stelle  ernannt.  Die  Stadt
Udine  blieb  dem  Panciera  treu  und  Antonio  da  Ponte  hatte  bei
dem  unseligen  Schisma  in  der  römischen  Kirche  nur  den  leeren
Titel  eines  Patriarchen.  Da  er  im  Gefolge  des  Papstes  Gregor ­
  XII.  nach  Friaul  gekommen,  wurde  er  in  Cividale  als  rechtmässiger ­
  Oberhirt  und  Souverän  aufgenommen.  Der  neu  erwählte
(26.  Juli  1409)  Papst  Alexander  V.  excommunicirte  alle  ,  die  auf
seines  Gegners  Gregor  Partei  standen,  namentlich  die  Bewohner
von  Cividale,  die  nur  den  Antonio  da  Ponte  aufgenommen  hatten,
und  bestätigte  Panciera  als  rechtmässigen  Patriarchen  von  Aqui-
            
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