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1369 Erzbischof von Rouen, Patriarch von Jerusalem und am
18. September 1378 Cardinal. Er wurde vom Papste Urban VI.
im J. 1371 als Patriarch von Aquileja eingesetzt und machte als
Eindringling viel Missvergnügen, Spaltungen und Parteiungen.
Diese Wirren erschöpften das Land und brachten das Patriarchat
in Verachtung, bis vierzig Jahre später alle politische Gewalt
des Patriarchen über Friaul verschlungen wurde. Als der Papst
die Unmöglichkeit sah, das Land zur Ruhe zu bringen, rief er
Philipp im Jahre 1387 ab, der nach Schweitzer S. 41 bald
darauf starb. Nun starb er aber zu Rom am 15. August
1397 und ward in der Kirche St. Maria jenseits der Tiber begraben.
Derselbe führte auf der Rückseite seiner Münzen die
drei französischen Lilien als Wappen.
Dessen Nachfolger Johann von Mähren (von 13S8 —
1394) war kein Sohn Kaiser Karl’s IV., zu dem ihn Herr
Schweitzer, de Rubeis’ Monurn. eccles. Aquil. pag. 978 blindlings
folgend macht, sondern seines Bruders Johann Heinrich
Markgrafen von Mähren aus zweiter Ehe mit Margaretha
Herzogin von Troppau, somit der jüngere Bruder der Markgrafen
Jodok und Procop von Mähren. Er war erst infulirter Abt
zu Wissehrad. dann 1381 Bischof zu Leitomysl. Nun ward er
dem Capitel zu Olmütz mit Gewalt als Bischof aufgedrungen,
und als seine beiden Brüder sich der Kirchengüter widerrechtlich
bemächtigten und sie jämmerlich verschleppten, weigerte
sich Papst Urban VI. ihn als Bischof zu bestätigen. Um Friede
und Ruhe herzustellen, beförderte er ihn 1387 auf den Patriarchenstuhl
von Aquileja. i)
Patriarch Johann, ein jagdfroher und vergnügungssüchtiger
Fürst, wurde wegen seines hochfahrenden und tyrannischen
Charakters von den Freunden des ermordeten Friedrich von Savorgnaui
nach Schweitzer am 3. Oetober 1394 von der Gallerie
des Castells zu Udine herabgestürzt. Nach dem Dominicaner-Neerologium
zu Cividalc am 12. Oetober, welcher Unterschied
durch die spätere Rechnung nach altem und neuem Styl sein Entstehen
haben mag.
*) Cf. Augns t in i Olo mucensis Episcoporura Olomucensium series. Edit.
Fr. Xav. Richter. Olomncii. 1831 p. 125. — Car. Lud. Hugo. Ord.
Praemonstrat. Annal. Nanceii. Tom. II. 117.