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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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sie  auf  dem  linken  Arme  trägt,  welcher  Typus  wieder  auf  den
Doppel-  und  Halbdenaren  des  Patriarchen  Bertrand  di  S.
Genasio  (f  1350)  erscheint.  So  setzt  der  Letztere  zuerst
auf  die  Kehrseite  einiger  seiner  Münzen  die  Legende  S.  IIMA-CHOR,
  und  diesen  Heiligen  im  bischöflichen  Gewände  stehend
(Taf.  IX.  Nr.  6  und  7).
Auf  Bertrand  folgte  Nikolaus  von  Luxemburg,  den
Herr  Schweitzer  S.  35  einen  Bruder  Kaiser  Karl’s  IV.  nennt.
Er  war  kein  leiblicher,  sondern  unehelicher  Bruder  dieses  Kaisers, ­
  den  er  im  Jahre  1351  zu  dieser  Würde  beförderte.  Er
schloss  sich  zu  Udine  im  October  1354  des  Kaisers  Römerzuge ­
  an  und  schenkte  ihm  zu  seiner  grössten  Freude  eine  unschätzbare ­
  Reliquie,  nämlich  die  zwei  letzten  Quaterne  von  dem
vom  Patriarchen  und  von  der  Kirche  zu  Aquileja  verwahrten
uralten  Evangelienbuch  des  h.  Marcus,  das  man  für  dessen  Autograph ­
  hielt.  *)  Noch  befinden  sie  sich  wohlcrhaltcn  in  der
Schatzkammer  der  Domkirche  zu  Prag.  Dobrowsky  hat  sie
im  Jahre  1778  in  einer  kritischen  Abhandlung  beleuchtet.
Seine  Münzen  führen  den  gekrönten,  doppeltgeschwänzten
Löwen  von  Böhmen.
Auch  begleiteten  den  Kaiser  Marquard  Bischof  von
Augsburg,  des  Patriarchen  Nikolaus  zweiter  Nachfolger,  und
der  Burggraf  Johann  von  Nürnberg  auf  diesem  Zuge.  Im  Aufstande ­
  zu  Pisa  am  21.  Mai  1355,  wohin  der  Kaiser  nach  seiner
Krönung  von  Rom  gekommen  war,  retteten  diesen  der  Bischof
Marquard  und  Heinrich  von  Neuliaus  aus  Böhmen  mit  ihren
schnell  gesammelten  Truppen.  Nachdem  die  Ruhe  hergestellt
und  über  die  Häupter  der  Empörung,  besonders  über  die  drei
Brüder  Gambacorta  am  26.  Mai  strenges  Blutgericht  gehalten
worden  war,  ernannte  der  Kaiser  den  muthigen  und  tapfcrn
Bischof  zu  seinem  Vicar  in  Pisa.
Wir  wollen  diesem  trefflichen  Kirchenfürsten  Marquard
von  Randeck  oder  Randegg,  der  seinen  ausgezeichneten  Eigenschaften ­
  das  Patriarchat,  dem  er  von  1365  bis  zu  seinem

*■)  Cf.  L'Istiia.  Trieste  1850.  N.  30  e  N.  34  „delP  Evangelario  che  si  custodisce
  nclP  Archivio  Capitolare  di  Cividale.”  Des  Kaisers  Empfangschein
  ist  nach  N.  30  in  der  Allerheiligen-Woche  1355  ausgestellt.
            
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