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llcher Weise von den Friaulern bis zur neuen Wahl ihres
Kirchenfürsten ein Generalcapitän des Landes und zwar
schon am 14. September diesmal Herzog Ulrich von Kärnten
als solcher gewählt. Durch diesen und seinen Vetter 1 ) König
Otakar von Böhmen und Herrn der Herzogthiimer Oesterreich
und Steyermark, der nach Ausbreitung seines Einflusses und seiner
Macht jenseits der Alpen, wo er von dem Patriarchen (oder der
Kirche) zu Aquileja auch Porten au zu Lehen erhielt, bis an’s
adriatische Meer rastlos trachtete, wählte einstimmig das Aquilejer
Domkapitel am 23. September den Herzog Philipp, den verrufenen,
niegeweihten und excommunicirten Erzbischof (v. 1246 —
1256) von Salzburg. Diese Wahl wurde aber, weil sie während
der päpstlichen Sedisvacanz gegen ein von der römischen Curie
voraus ergangenes Verbot vorgenommen war, annullirt.
Leider starb Herzog Ulrich, seine Hauptstütze, schon am
27. October desselben Jahres 1269 zu Cividale, wo er auch ruht.
Nun verwaltete sein Bruder Philipp, der selbst wiewohl vergebens
dem gewaltigen Köuige den Besitz Kärntens abzuringen
suchte, die Geschäfte eines Friaulischen Generalcapitäns. Der
neue am 1. September 1271 erwählte Papst Gregor X. ernannte
nun am 21. Dec. 1273 den Bischof von Como, Raimund della
Tor re aus Mailand zum Patriarchen, und Philipp, auch vom
König Otakar aus Kärnten verjagt, bekam von diesem das Gericht
und die Mauth zu Krems und die Veste Persenbeug an der
Donau zu seinem Unterhalte , und starb um 1276 zu Krems,
wo er im Dominicanerkloster seine Ruhestätte fand.
Der Patriarch Raimund della Torre, ein Mailänder und
vordem Bischof zu Como, stand seiner Kirche durch 25 Jahre
vor und liinterliess einen sehr guten Nachruf. Er nahm 1275
auf die Rückseite seiner Münzen zuerst sein Familienwappen
(vgl. Taf. V.) und die Madonna mit dem Jesuskinde auf, das
*) Die Gemahlin des Herzogs Bernhard (f 1257) von Kärnten, und die
Mutter der Herzoge Ulrich und Philipp, Namens Gutta war die Schwester
König Wenzel I. von Böhmen und somit Tante des Königs Otakar;
daher erklärt sich, dass der kinderlose Herzog Ulrich III. laut Urkunde
ddo. Podiebrad 4. Dec. 1268 im Falle seines kinderlosen Todes Kärnten
seinem Vetter König Otakar vermachte.
Sitzb. d. philos. -histor. CI. Jahrg. 1850. II. Bd. I. u. II. Heft. 10