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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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Peter  Ziani  einen  günstigen  Vertrag;  ferner  traf  er  1234  mit
seinem  Oheim  ,  dem  Grafen  Meinhard  von  Görz,  ein  gütliches
Uebereinkoramen  wegen  der  Zoll-  und  anderer  Gerechtigkeiten  auf
dem  Tauern-und  Kreuzberge.ini  J.  1241  verband  er  sich  mit  den
Städten  Brescia,  Ferrara,  Mantua,  dem  Markgrafen  von  Este  und
Grafen  von  St.  Bonifacio  gegen  den  Tyrannen  Ezzelino  da  Romano.
Berchtold  verlegte  beim  Herannahen  der  mongolischen
Fluth  im  J.  1241  den  Sitz  des  Patriarchates  nach  Udine,  während ­
  das  Capitel  bis  in  die  Mitte  des  XIV.  Jahrhundertes  (nach
S.  31)  in  Aquileja  verblieb.  Er  starb  als  der  Letzte  des
An  dec  hsischen  Hauses  am  22.  Mai  1251.
Von  ihm  besitzt  das  kaiserliche  Münzcabinet  einen  Vierteldenar ­
  mit  dem  Typus  und  den  Legenden  auf  beiden  Seiten,  wie
sie  dessen  Denare  haben.  Die  Rückseiten  der  auf  Taf.  III  abgebildeten ­
  vier  Münzen  des  Patriarchen  Berchtold  sind  beachtenswerth.
  Die  ersten  drei  haben  die  Umschrift:  CIVITAS
AQVILEGIA,  aber  jede  eine  andere  Vorstellung,  und  zwar  Nr.  1
einen  Heiligen  mit  erhobenen  Händen  und  mit  dem  Strahlenschein ­
  um’s  Haupt,  den  Herr  Schweitzer  wohl  mit  Recht  auf  den
h.  Hermagoras  als  Patron  der  Kirche  von  Aquileja  deutet,
welcher  mit  der  klaren  Umschrift  S.  IIMACHOR  erst  unter  dem
Patriarchen  Bertrnndo  di  Genasio  (f  1350)  hervortritt.  Vgl.
Tafel  IX.  Auf  dem  Stücke  Nr.  2  steht  der  Adler,  das  sprechende ­
  Wappen  von  Aquileja,  mit  ausgespreiteten  Flügeln  und
gespreizten  Füssen  auf  einer  Wölbung  eines  Thores  (?).  Auf
Nr.  3  sieht  man  ein  Castell  oder  eine  Stadt  mit  drei  Thürmen;
auf  Nr.  4  unter  dem  Tempelgiebel  mit  zwei  Seitenthiirmen  einen
Kopf,  welcher  dem  eines  geschorenen  Mönches  ähnelt,  und  da
er  ohne  Heiligenschein  ist,  kaum  dem  h.  Hermagoras  zuzuweisen
sein  dürfte.
Wenn  auch  von  Philipp,  Bruder  Ulrichs  des  letzten  Herzogs ­
  von  Kärnten  aus  dem  Hause  Ortenburg,  der  zum  Patriarchen ­
  erwählt,  aber  vom  Papste  als  solcher  nicht  bestätigt  w r urde,
keine  Münze  bekannt  ist,  so  halten  wir  doch  eine  kurze  Andeutung ­
  seiner  Geschichte,  die  einen  Blick  in  das  Getriebe  jener
Zeit  werfen  lässt,  hier  nicht  an  Unrechter  Stelle.
Als  nämlich  der  Patriarch  Gregor  von  Montelongo
am  8.  September  1269  gestorben  war,  wurde  nach  herkömm-
            
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