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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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inFriaul,  Istrien  und  in  einem  TheileNoricum’s  im  J.  791  ertheilt
hatte,  erstreckte  sich  in  die  Alpen  herein  die  geistliche  und  allmählich ­
  auch  die  weltliche  Gewalt  vou  Aglar.  Ja  derselbe  Kaiser
entschied  den  Streit  zwischen  den  beiden  Kirchen,  nämlich  der  von
Aglar  und  dem  Erzbisthume  Salzburg,  über  ihre  Grenzen  am  15.  oder
16.  Mai  811,  und  bestimmte  als  solche  die  Drau.  Ferner  hob  sich  die
weltliche  Macht  dieser  zwischen  Deutschland  und  Italien  stehenden
Patriarchen  durch  reichliche  Belehnungen  unter  den  Ottonen.
Sie  nahmen  häufig  Antheil  an  Geschäften  des  Reichs,  zumal  von
Popo  bis  auf  Ludwig  II.,  Herzog  vou  Teck,  (von  1028—1439)
durch  volle  vier  Jahrhunderte  unter  32  Patriarchen  dreizehn  zum
Theile  des  edelsten  deutschen  Blutes  waren,  und  zwei  Fürsten
aus  dem  k.  Geschleckte  der  Luxemburger  auf  dem  Stuhle  des  h.
Hermagoras  sasscn.  Ich  werde  bei  den  biographischen  Abrissen
der  Patriarchen,  die  der  Herr  Verfasser  den  betreffenden  Münzen
hin  und  wieder  mit  irrigen  Angaben  vorausgeschickt  hat,  berichtigend ­
  und  ergänzend  um  so  mehr  nachhelfen,  da  selbst  bei
de  Rubeis  in  seinen  Monumcnta  Ecclesiae  Aquilejensis.  Argeutinae
  1740,  die  er  mit  einem  reichen  und  umfassenden  Commentare
  ausgestattet  hat,  Fehler  über  Patriarchen  deutscher  Zunge
unterlaufen  sind.
Am  Ende  seiner  historischen  Einleitung  lässt  der  Herr  Verfasser ­
  zur  bessern  Uebersicht  die  Reihe  der  Patriarchen  von
St.  Marcus  und  St.  Hermagoras  angefangen  bis  zur  Aufhebung
des  Patriarchats  (dessenWürde  vom  J.  1471  an  lauter  venetianische
  Nobili,  so  3  Barbari,  4  Grimani,  3  Gradenighi  und  3  Delfini
bekleideten)  im  J.  1751  unter  dem  letzten  Patriarchen  Daniele
Delfino  folgen,  worauf  für  den  venetianischen  Antheil  des  Sprengels
  das  Erzbisthum  Udine  und  für  den  österreichischen  das  Erzbisthum
  Görz  errichtet  wurde.
Da  uns  hauptsächlich  die  Münze  von  Aquileja  berührt,  so
beginnen  wir  mit  dem  Patriarchen  Popo,  einem  Deutschen,  dem
Kaiser  Konrad  II.  nach  de  Rubeis  Monum.  eccles.  Aquil.  p.  505  f.
am  11.  Sept.  1028  das  Münzrecht  verliehen  haben  soll.  Dieses
Diplom  gilt  jedoch  als  apokryph  und  die  bestimmte  Serie  beginnt
mit  Volker  oder  Wolfker  von  Leuprechtskirchen,  der
von  1204  bis  1218  der  Kirche  des  h.  Hermagoras  Vorstand,  wiewohl ­
  aquilei’sche  Münzen  aus  früherer  Zeit,  wie  deren  das  kai-
            
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