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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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In  historischer  Hinsicht  sind  die  biographischen  Notizen,  die
Herr  Schweitzer  den  bezüglichen  Münzen  vorausschickt,  zweckmässig ­
  und  dankenswerth  angelegt,*  jedoch  beruhen  die  hier  mitgetheilten
  Notizen  nicht  auf  selbstständigen,  kritischen  Studien,
deren  Resultate  in  kurzer,  bündiger  und  bestimmter  Form  den
betreffenden  Denkmälern  als  Begleiter  zur  Seite  gehen  müssen.
Abbildung  und  Text,  der  bei  Werken  der  Art  den  zweiten  Bestandtheil
  bildet,  haben  sich  gegenseitig  zu  erklären  und  zu  er*
gänzen  und  das  historische  Moment  soll  meines  Erachtens,  wenn
einer  nicht  gerade  Künstler,  besonders  Medailleur  ist,  zuletzt
vorwiegend  hervortreten.  Nach  einem  genaueren  Eingehen  in  die
Zeit  der  Gründung  Aquileja’s  werde  ich  das  Geschichtliche  der
Patriarchen  deutscher  Abkunft  zu  berichtigen  und  zu  ergänzen ­
  versuchen.
Nach  Schweitzer  (S.  7)  wurde  Aquileja  im  J.  195  vor  Chr.
gegründet.  Die  Gründung  einer  Colo  nie  zu  Aquileja  wurde  im
J.  183  vor  Christus  berathen  und  verhandelt.  Man  wusste  aber
nach  Livius  B.  XXXIX.  55  nicht,  ob  man  eine  lateinische  oder
römische  Colonie  hinführen  sollte.  Endlich  ward  nach  demselben ­
  B.  XL.  34  im  J.  nach  Erbauung  der  Stadt  573  und  181  vor
Chr.  eine  Colonia  latina  daselbst  gegründet.  Aquileia  colonia
latina  eodem  anno  in  agro  Gallorum  est  deducta.
Aquileja  hat  eher  seinen  Namen  von  aquila,  dem  heilverkündenden ­
  Adlerflug,  als  von  aquarum  collectio,  wie  der  Verfasser
den  Namen  Aquilegium,  der  späterer  Zeit  angehört,  nicht
glücklich  deutet.
Aquileja  war  in  strategischer,  politischer  und  mercantilcr
Beziehung  von  grösster  Wichtigkeit  und  wuchs  unter  den  römischen ­
  Kaisern  zur  höchsten  Blüthe  empor.  Ausonius  (j-  um  392
n.  Chr.)  gibt  ihr  unter  den  Städten  des  Römerreiches  den
neunten  Platz:
„Nona,  inier  claras  Aquileia  cieberis  urbes,
Itala  ad  Illyricos  objecta  colonia  montes,
Moenibus  et  portu  celoberrima.”
Nach  der  Zerstörung  der  Stadt  durch  Attila  gewann  die  dortige ­
  Kirche  mit  dem  Sitze  eines  Patriarchen  vielleicht  einen
grossem  Namen  und  grossen  Einfluss.  Als  dem  Patriarchen
Paulin  II.  Karl  der  Grosse  einige  Castelle  und  die  Gerichtsbarkeit
            
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