Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

131

anzusehen  sein;  weniger  klar  ist  mir  die  Lage  des  Hieron  von
Dodona,  worüber  vielleicht  aus  der  Autopsie  noch  Klarheit  zu
erwarten  ist.
Pouqueville  hält  den  Hügel  von  Gardhiki,  3  Stunden  von  Kastritza
  entfernt,  für  den  Sitz  des  Hieron,  Leake  das  Castell  von
Janina,  eine  Stunde  von  Kastritza.  Diese  Entfernungen  von  der
Stadt  Dodona  scheinen  mir  jedoch  im  Widerspruche  mit  den  Angaben ­
  der  Schriftsteller  sowohl  als  der  Natur  der  Sache  ;  ich
möchte  glauben,  der  Sitz  des  Hieron  sei  auf  der  Höhe  von  Kastritza ­
  gewesen,  und  bitte  Sie,  für  oder  gegen  diese  Meinung
Gründe  aufzusuchen.  Ich  stütze  diese  Verinuthung  auf  folgende
Gründe:
1.  Herodot  lässt,  da  er  doch  in  Dodona  war,  auf  keine  Entfernung ­
  des  Hieron  von  der  Stadt  schliessen.
2.  Der  Scholiast  zum  Aeschylus  Prometheus  V.  659.
'0  o'  (Tvsc^oj)  ig  rs  nu^-w,  xcpul  Awöojvr/V  nuxvovg  JbsoKpönovg
iälhv  setzt  hinzu:  „(Aojgojvyjv)  KÖlcg  svd-cc  Aid?  ispöv  rjv  b/vj
öpvv  Icckovaav  xal  p.xvrs'jap.bxriv  f  so  sagt  auch  3.  Suidas:  Awdüvr)
  ko),cg,  iv  %  hrcx.ro  opüg.  So  Servius:  „Dodona  civitas  Epiri
est,  juxta  quam  nemus  est  Jovi  sacratum.  Ja  es  scheint  mir  sogar, ­
  dass  sich  beide  Schriftsteller  Pouqueville*)  und  Leake 2 )  für
diese  Ansicht  vereinigen  lassen.  Beide  sprechen  von  den  kyklopisehen
  Mauern  von  Kastritza,  Leake 3 )  gibt  eine  Zeichnung  derselben ­
  und  behauptet,  Kastritza  liege  am  Tomarus,  nicht  aber
Gardhiki,  undStrabo 4 )  sagt  ausdrücklich:  H  Awdwvv?  roiwv  rö  p.iv
KaXcaöv  Öko  övjtnvpcoroTj  xed  rd  öpog  Töp.apog,  öcp’  £>  xsXrxt  rö
ispöv.
Ihren  vielen  Kenntnissen  und  dem  unparteiischen  Zusammenreihen ­
  der  alten  und  neuen  Schriftsteller  wird  es  gewiss  gelingen,
einen  so  wichtigen  Punkt  der  Topographie  von  Epirus,  wie  die
Ausriiittluna’  des  Platzes,  an  welchem  das  Hieron  von  Dodona
mit  der  sprachbegabten  Eiche  lag,  mit  aller  möglichen  histori-*)

  1.  c.  p.  104.
a )  1.  c.  p.  138.
3 )  1.  c.  p.  196.
4 )  II.  33S.
!)  4
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.