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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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so  glaube  ich,  (lass  die  letztere  von  ihnen  nach  Thesprotien  verkauft, ­
  und  dann  dort  unter  einem  Eichbaum  ein  Zeus  -  Heiligthum
gestiftet  habe.  Tauben  sind  die  Frauen  darum  von  den  Dodonaeern
  genannt  worden,  weil  sie  ihnen  fremd  waren,  und  ihre
Sprache  ihnen  vorkam,  wie  die  der  Vögel.  Mit  der  schwarzen
Farbe  wollten  sie  anzeigen,  dass  die  Frau  aus  Aegypten  kam.
Auch  die  Weissagung,  wie  sie  im  aegyptischen  Theben  und  in
Dodona  ist,  trifft  ziemlich  zusammen.
Ganz  analog  dieser  Stelle  des  Vaters  der  Geschichte  ist  die
des  Servius  zum  Virgil:  „Man  erzählt  auch  :  Jupiter  habe  einst
seiner  Tochter  Thebe  zwei  Tauben  geschenkt,  welche  menschliche
Stimmen  hatten,  eine  flog  in  den  Eichenwald  von  Dodona  und
setzte  sich  auf  einen  sehr  hohen  Baum,  wo  das  Orakel  des  Jupiter
eingesetzt  wurde.  Die  andere  flog  nach  Libyen,  wo  sie  sich  auf
einen  Widderkopf  niederliess  und  gebot,  ein  Orakel  Jupiter  Ammons ­
  einznsetzen.”
Aehnlich  äussert  sich  auch  Philostratus  :*)  „Eine  goldene
Taube  sass  auf  der  Eiche,  ein  Chor  vom  aegyptischen  Theben
tanzte  um  dieselbe.”
So  erwähnt  auch  Athenaeus 2 )  bei  Beschreibung  der  ausserordentlich ­
  glänzenden  Feste  am  Hofe  des  Königs  von  Aegypten
der  Tempelchen  von  Dodona,  auf  denen  die  Bildnisse  Ptolomaeus  I.
und  der  Berenike  geführt  wurden.
Diese  so  bestimmten  Zeugnisse  der  uralten  Verbindung  zwischen ­
  Aegypten  und  Epirus  machen  auch  sehr  wahrscheinlich,
dass  die  Cultur  von  Epirus  für  uralt  zu  halten  sei,  daher  auch  das
Einwirken  des  Orakels  von  Dodona  in  die  ältesten  Begebenheiten
griechischer  Mythen,  Sagen  und  Geschichte  so  hervorleuchtend ­
  ist.
Die  merkwürdigsten  derselben  führe  ich  in  chronologischer
Ordnung  an:
Inachus 3 )  sandte  nach  Dodona,  um  von  den  Göttern  das
Schicksal  seiner  Tochter  Jo  zu  erfahren.  Der  gefesselte  Prometheus ­
 4 )  erzählt  der  Jo  ihre  Leiden,  ihre  Wanderungen,  dass  sie
*)  Imagines  II.  35.
2 )  V.  35.
s )  Aeschylus,  Prometheus  V.  659.
4 )  V.  828—831.
            
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