Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

98

spräche  dieses  Buchstabens  zu  sein,  als  Unregelmässigkeit  ist  die
oft  vorkommende  Aussprache  dieses  Buchstabens  wie  des  persischen

refidsch  u.  s.  w.  ausgesprochen  wird,  während  man  aber  richtig
Jie  a’gl,  J  lä  gäla,  gassr  sagt.  Der  Beduine  macht  zwischen
den  Mitlauten  Jlj,  U->,  j  -itö  und  jUs  einen  sehr
genauen  Unterschied,  so  dass  man  in  der  Aussprache  gleich
erkennt,  weicher  dieser  Mitlaute  gebraucht  ist,  während  bei
den  Städtern  in  Syrien  diese  Aussprache  ganz  unbekannt
und  der  Laut  des  Ui>  Jlj  und  JU  ganz  gleich  klingt.  Sehr  merkwürdig ­
  und  ein  offenbarer  Beweis  dafür,  dass  die  Nunnation ­
  ursprünglich  ausgesprochen  wurde,  und  nicht,  wie  einige
Orientalisten  behaupten,  eine  Erfindung  der  Grammatiker  sei,
ist  der  Umstand,  dass  die  Beduinen  dieselbe,  so  wie  die  Vocale
wodurch  die  Endungen  der  Substantive  bestimmt  werden,  aussprechen ­
  ;  so  sagen  die  Beduinen  i_w  seifon  teijib,  ein  gutes
Schwert,  Xo1  limmü  gharadhakom,  erfüllt  eueren  Wunsch,

Ljji  |_xi>  hadä  derbonä,  diess  ist  unser  Weg.  Die  Diminutivform

ist  noch  in  häufigem  Gebrauche  während  sie  bei  den  Städtern  meist
in  Vergessenheit  gerieth,  so  heisst  ein  Dorf  iuJJi,  ein  kleinesDorf
nennt  der  Beduine  dfchureije  i,  ist  ein  häufig  vorkommender ­
  Mannsname,  die  Diminutivform  von  d.  i.  der  Freigebige. ­
  Türkische  Worte,  welche  die  Sprache  der  Städter  in  Syrien
so  sehr  entstellen,  findet  man  bei  den  Beduinen  nur  wenig  im  Gebrauche, ­
  es  ist  ja  auch  das  Ansehen  und  der  Einfluss  der  türkischen
Regierung  unter  diesen  Beduinen  ganz  unbedeutend,  sie  kennen
weder  Fermän  noch  Sultan  und  Pascha  und  man  kann  ganz  sicher
behaupten,  dass  die  ganze  Wüste,  die  Syrien  von  Mesopotamien
trennt,  nicht  blos  von  einem  völlig  unabhängigen,  sondern  sogar
gegen  die  Türken  feindlich  gesinnten  Volke  bewohnt  ist.  Unbegreiflich ­
  ist  es,  dass  die  türkische  Regierung  nicht  in  die  bei  Tadmor
  auf  einem  Felsen  gelegene  Festung  Kalät  Ihn  Main,  die  bei
einer  hinreichenden  Verproviantirung  fast  uneinnehmbar  wäre,
eine  Besatzung  legt,  wodurch  das  ganze  umliegende  Gebiet
gesichert  und  den  Beduinen  bei  ihren  Kriegszügen  ein  bedeuten-
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.