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ihren Scheichen oder Staminesältesten mit ihren Heerden von Weide
zu Weide ziehen und von deren ungeheurer Anzahl die Macht
Zeugniss gibt, mit der sie dann und wann, wenn es einem Häuptling
gelang sie zu vereinigen, hervorbrechen und alle Hindernisse besiegen
wie das erst neuerlich die Wehahiten thaten. Allein eine
solche Vereinigung der Beduinen ist sehr schwer zu bewerkstelligen
und währt nur selten lange, denn in unzählige Stämme zerspalten,
die mit einander stets in Fehde liegen, fehlt ihnen das erste Erforderniss
zum Anfänge eines geregelten Staates und bürgerlicher
Zustände — der Ackerbau. Im Herbst ziehen diese Beduinen
vor der Kälte fliehend in die Gegenden von Baghdäd und nach
Nedschd, im Frühjahre kommen sie wieder in die nördlichen Gegenden
zurück bis in die Nähe von Haleb. Der mächtigste »Stamm,
der fast die ganze syrische Wüstengränze besetzt hält, ist offenbar
der der A’nese-Beduinen (), weiter südlich von diesen an
der Gränze der südlichen Haurän treiben sich die Beni Schemmer
herum. Die A’nese zerfallen aber selbst in eine grosse Anzahl
kleiner Stämme, die sich unter einander fortwährend bekriegen,
diejenigen, die ich auf der Reise nach Tadmor nennen hörte, sind
die Bischr (Lr^), Erwälla, Wuld A’li, Beni Siba
Beni Fid’än (öle ji^j), die O’meir Diese Stämme senden
stets gegen einander Kriegszüge aus, Ghasu genannt,
ganz so wie in Algerien die razzia’s (ä.jls). Eine solche Ghasu
besteht aus zehn, zwanzig oft aber auch zwei bis dreihundert
Merdüf (d. i. Doppelreitern auf Dromedaren; der Zweck
dieser Ghasu’s ist, dem feindlichen Stamme seine Heerden zu
rauben. Ein solcher Kriegszug der grössten Art fand vierzehn
Tage vor meiner Ankunft in diesen Gegenden Statt, und ich traf
noch in allen Gränzdörfern die versprengten Flüchtlinge des besiegten
Stammes, die nach Verlust aller Habe noch froh waren,
das bare Leben gerettet zu haben. Die Wuld A’li und die O’meir
zogen vereinigt gegen den Stamm der Erwalla aus, um dessen
Heerden zu plündern, ihre Anzahl ward auf 200 Merdüf angegeben,
worunter zweihundert Flinten waren. Sie überfielen die
Erwalla unversehens und raubten ihnen einen grossen Theil ihrer
Heerden. Diese eilten den Bäubern nach, um ihnen die Beute