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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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Wüstenaraber,  welchen  Zweck  der  Tempel  schon  in  römischen
Zeiten  erfüllt  zu  haben  scheint,  wie  man  aus  den  am  Thore
des  Tempels  erbauten  Bollwerken  erkennt,  die  zweifellos  römischen
Ursprunges  sind.  Das  Dorf  soll  bei  400  mit  Flinten  bewaffnete
Männer  stellen  können;  ich  halte  aber  diese  Angabe  für  übertrieben
und  glaube,  dass  das  Dorf  schwerlich  mehr  als  zweihundert  Mann
wird  stellen  können;  allein  diese  Anzahl  braucht  es  auch,  denn  eine
geringere  Anzahl  wäre  nicht  imStande  den  Uebermuth  der  Beduinen
nur  etwas  zu  zügeln.  Die  Sprache  und  Kleidung  der  Bewohner  von
Tadmor  ist  ganz  wie  die  der  Beduinen.  Sie  leben  von  Viehzucht,
Ackerbau  wird  nur  so  viel  betrieben  als  unumgänglich  nothWendig
ist.  Alle  Jahre  gehen  von  hier  Karawanen  von  Kamehlen  ab,  die
Salz  aus  dem  benachbarten  Salzsee  nach  Damaskus  zum  Verkaufe
bringen.  Die  zahlreichen  Palmen,  die  einst  Tadmor  schmückten  und
woran  der  so  eben  genannte  hebräische  Name  sowohl  als  der  griechische ­
  IIal[xvptx  erinnert,  sind  verschwunden  und  nur  eine  unbedeutende ­
  Anzahl  findet  sich  in  den  Gärten  nahe  beim  Dorfe.  Im
Innern  des  Tempels  der  Sonne,  der  jetzt  in  eine  Moschee  verwandelt ­
  worden  ist,  befinden  sich  an  der  Stelle  wo  der  alte  Altar  stand
drei  Mihräbe  oder  Gebetnischen,  eine  grosse  in  der  Mitte  und
zwei  kleine  zu  beiden  Seiten  der  grossen,  woselbst  kufische  Inschriften ­
  sich  befinden,  die,  nach  der  Form  der  Buchstaben  zu  urtheilen,
sehr  alt  sein  müssen.  Diese  Inschriften  enthalten  aber  keine  historischen ­
  Daten,  sondern  sind  Suren  aus  dem  Koran,  die  besterhaltene
gibt  die  112.  Sure  des  Korans.  Diese  kufischen  Inschriften  geben
den  Beweis,  dass  dieser  Tempel  schon  in  einer  sehr  frühen  Zeit
von  den  Bekennern  des  Islams  zur  Verehrung  des  einzigen  Gottes
eingeweiht  wurde.
Eine  Tagreise  östlich  von  Tadmor  wohnen  die  Suchne-Araber,
es  sind  diess  ansässige  Araber,  die  ein  Dorf  bewohnen,  dessen
Häuser  aus  Lehm  gebaut  sind  und  die  bei  400  mit  Flinten  bewaffnete ­
  Männer  stellen  können.
Jetzt  bleibt  nur  noch  einiges  über  die  Zustände  und  die  merkwürdige ­
  Bevölkerung  dieser  Gränzdistricte  von  Syrien  gegen  die
grosse  Wüste  hin  zu  bemerken.  Die  ganze  syrische  Wüste  in  ihrer
ungeheuren  Ausdehnung,  von  den  Gränzen  Syriens  bis  an  die  Ufer
des  Euphrats  und  des  Tigris  und  von  diesen  bis  an  die  Gebirge  von
Nedsehd,  ist  von  Stämmen  wandernder  Araber  bewohnt,  die  unter
            
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