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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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Die  zweite  Inschrift  ist  ober  der  Thorschwelle  des  zweiten
Hauses  des  Scheichs  eingemauert  und  lautet  :
THPPIOCÄOCXOYNAZA^WOCCAiXierCYCTOKWHKCM

Von  Korietein  sind  nach  Nebk,  das  auf  der  andern  Seite  des
Gebirges  liegt,  sechs  Stunden  Wegs.  Von  Korietein  nach  Tadmor
sind  vier  und  zwanzig  Stunden  Weges  über  sandige,  steinige  Gründe
die  nur  hin  und  wieder  von  dein  Bette  eines  Winterbaches,  bei  den
Beduinen  Schaib  genannt,  durchfurcht  sind,  zwischen  den
sämmtlich  in  östlicher  Richtung  herlaufenden  Zügen  des  Gebirges
Dfchebel-er-Ruäk.  Das  ganze  Gebirge  besteht  aus  kahlen  Felsmassen. ­
  Etwa  zwei  Stunden  vor  Palmira  bieten  die  einzelnen  ganz
isolirt  in  der  Mitte  des  Thaies  sich  erhebenden  weissen  Sandhügel,
die  aus  weissem,  körnigem  Sande  bestehen,  einen  höchst  eigenthiimichen
  Anblick  dar.
Es  ist  hier  nicht  der  Ort  eine  Beschreibung  von  Palmyra
oder  Tadmor,  wie  es  die  Bibel  und  die  Araber  nennen,  zu
geben,  indem  die  Ruinen  schon  von  verschiedenen  Reisenden  zu
Genüge  beschrieben  worden  sind,  vielmehr  halle  ich  es  für
passender  einige  Angaben  über  den  jetzigen  Zustand  des  Ortes
und  der  Gegend  zu  geben  und  von  den  herrlichen  Monumenten ­
  alter  Pracht  und  Grösse  ganz  zu  schweigen,  da  die  meisten
Reisenden  ohnediess  vom  Anblicke  der  herrlichen  Ruinen,  die
jetzt  halbvergraben  im  Sande  der  Wüste  liegen,  so  ergriffen  wurden, ­
  dass  sie  es  nicht  wagten,  des  jetzigen  Elends  und  der  jetzigen ­
  Erbärmlichkeit  des  Dorfes  zu  gedenken,  das  den  Namen
Tadmor  trägt.
Einige  hundert  Schritte  östlich  vom  Fusse  des  Felsgebirges
liegt  Tadmor  am  Rande  der  Ungeheuern  Ebene  ,  die  den  Namen
der  syrischen  Wüste  trägt,  nördlich  von  Tadmor  ziehen  die  Ausläufer ­
  des  Gebirges  Dfchebel-er-Ruäk  östlich  noch  weiter  in  die
Wüste  hinein,  eben  so  wie  die  im  Süden  von  Tadmor  gelegenen
Gebirge  in  südöstlicher  Richtung  in  die  Wüste  sich  erstrecken.
Das  jetzige  Dorf  Tadmor  ist  im  Hofe  des  grossen  Sonnentempels
gelegen  und  besteht  aus  elenden  Lehmhütten,  die  Mauern  des
Tempels  dienen  dem  Dorfe  als  Wälle  gegen  die  Ueberfälle  der
            
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