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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 5. Band, (Jahrgang 1850)

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thümlicher,  dessen  hervorstechendes  Merkmal  das  ist,  dass  jedes
lange  Elif  wie  A  nicht  wie  A  ausgesprochen  wird.  So  kann  ein
Kara’uni  nicht  Bostän  ,  Scham,  Sultan,  Pascha  u.  s.  w.  sagen,
sondern  er  spricht  diese  Worte  Bostän,  Schäm,  Sultan,  Pascha
aus.  In  Dscheirud  fängt  diese  sonderbare  Sprechweise  an;  in
dem  von  Korietein  nur  24  Stunden  entlegenen  Tadmor  ist  von
dieser  Eigentümlichkeit  nicht  die  geringste  Spur  anzutreffen  und
die  Sprache  ist  ganz  die  der  Wüstenaraber.  Der  eine  der  zwei
in  Korietein  befindlichen  christlichen  Priester  hatte  früher  ein  mehlunbedeutendes
  Einkommen  aus  den  frommen  Stiftungen  oder
Wakf.  Diese  hat  aber  in  neuerer  Zeit  der  in  Damaskus  residirende
  Metropolite  eingezogen  und  dafür  dem  Geistlichen ­
  eine  Besoldung  von  jährlich  fünfhundert  Piaster  angewiesen. ­
  Dieser  Geistliche  schien  ein  recht  wohl  unterrichteter  Mann
zu  sein,  er  hatte  eine  arabische  Bibel  in  der  Uebersetzung  der
Londoner  Bibelgesellschaft  undmehrere  syrische  liturgische  Werke,
die  aus  den  Pressen  der  Klöster  im  Libanon  hervorgingen;  er
spricht  auch  syrisch;  die  Kinder  des  Dorfes  unterrichtet  er  im
Lesen  des  Arabischen,  und  ich  hörte  kleine  Knaben  von  fünf  bis
sechs  Jahren  schon  recht  gut  lesen,  auch  schienen  sie  das  Gelesene ­
  zu  verstehen.  Nicht  weit  vom  Dorfe  ist  ein  Kloster,  genannt
Deir  Mar  Eljän.  Dieses  Kloster  ist  aus  ungebrannten  Lehmziegeln
erbaut,  mit  einer  hohen  Mauer  umgeben,  einige  steinerne  Gewölbe, ­
  offenbare  Ueberreste  eines  ältern  Gebäudes,  sindjetzt  durch
die  eingestürzten  Mauern  halbverschüttet.  Das  einzige  Merkwürdige ­
  im  Kloster  ist  ein  steinerner  Sarkophag,  worin  der  Leichnam ­
  des  Heiligen  liegt  ,  der  Sarkophag  selbst  sowie  der
Deckel  sind  aus  einem  einzigen  Stück  Stein  gearbeitet,  jedoch
ohne  alle  künstlerische  Verzierung.  Auf  diesem  Sarkophag  sind
einige  wie  es  scheint  von  Pilgern  eingekratzte  Inschriften  in  syrischen ­
  Charakteren,  wovon  jedoch  die  meisten  ziemlich  unleserlich ­
  sind.  In  dem  Zimmer,  wo  der  Sarg  steht,  hängen  von
der  Decke  an  Stricken  mehrere  Strausseneier  herab,  die  als
fromme  Gaben  dem  Heiligen  dargebracht  wurden.  Im  Vorhofe
des  Klosters  sah  ich  Blutspuren,  die  wie  man  mir  sagte  von  den
Schlachtopfern  herrühren,  welche  von  Christen  und  Moslimen
ohne  Unterschied  dem  Heiligen  dargebracht  werden.  Neben  dem
            
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