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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 59. Band, (Jahrgang 1868)

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Schulte

Maassen  bei  aller  Genauigkeit  nicht  in  den  Besitz  des  gesammten
Materiales  gelangt.  Es  wird  mir  eine  rechte  Freude  sein,  dadurch
fremde  Forschungen  zu  unterstützen;  denn,  wenn  irgendwo,  ist  hier
das  viribus  unitis  nöthig.  Gern  bin  ich  desshalb  auch  bereit,
Anfragen,  von  wem  immer  sie  kommen,  wie  mein  ziemlich  reiches
Material  gestattet,  zu  beantworten.
Diese  Schrift  beschreibt  nun  die  in  dreizehn  französischen ­
  (und  einer  schweizerischen)  Bibliotheken  befindlichen ­
  canonistis  eben  Handschriften.  Auf  die  Handschriften ­
  des  canonischen  Rechtes  beschränke  ich  diese  Mittheilung,
um  einmal  Abgeschlossenes  zu  bieten,  sodann  um  nicht  durch  Anhäufung ­
  fremden  Stoffes  der  Übersichtlichkeit  und  mithin  der
Brauchbarkeit  Eintrag  zu  tliun.  Bei  Miscellanbänden  erfordert  die
Vollständigkeit,  dass  auch  das  nicht  Hergehörige  mitgetheilt  werde.
Die  zeitliche  Grenze  bildet  im  Allgemeinen  die  Erfindung  der
Buchdruckerkunst,  im  Besonderen  der  Umstand,  dass  ein  Werk  hei
seinem  Erscheinen  durch  den  Druck  bekannt  geworden  ist.  Werke,
die  über  das  15.  Jahrhundert  hinaufgehen,  habe  ich  nur  zufälligerweise ­
  angeführt,  sonst  nur  für  mich  selbst  n'otirt  und  benutzt.  Genf
habe  ich  beigefügt,  weil  dessen  canonistische  Handschriften  so  gut
wie  unbekannt  sind  und  weil  es  von  mir  bei  dieser  Gelegenheit  besucht ­
  wurde.  Man  wird  hoffentlich  nicht  übel  nehmen,  dass  ich  desshalb
  keinen  andern  Titel  gewählt  habe.
Bei  der  Bearbeitung  leiteten  mich  die  dargelegten  Gesichtspunkte, ­
  wovon  ein  Blick  überzeugen  dürfte.  Soweit  die  äussere
Beschreibung  in  Betracht  kommt,  genügt  die  Angabe  über
Format,  Material  und  Alter  für  meinen  Zweck  vollkommen.
Notizen  über  die  Schreiber,  frühere  Besitzer,  Art  der  Entstehung, ­
  Quellen  der  Handschriften  u.  dgl.,  welche  aus
den  Handschriften  zu  entnehmen  sind,  halte  ich  aber  für  wesentlich
und  deSshalb  sachlich  geboten,  zumal  sie  manche  Fragen  der  Literaturgeschichte ­
  schlagend  beleuchten.
Die  gedruckten  Kataloge  tragen  mehr  oder  minder  die
gerügten  Mängel  an  sich.  Man  wird  sich  sofort  davon  überzeugen.
Manche  Verstösse  habe  ich  notirt.  Ich  will  damit  dem  Werthe  derselben, ­
  besonders  dem  von  Angers,  Carpentras  und  Chartres
nicht  zu  nahe  treten.  Schwierig  ist,  wie  man  sich  einem  gedruckten
Kataloge  gegenüber  verhalten  soll.  Will  man  blos  berichtigen  und  ergän-
            
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