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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 59. Band, (Jahrgang 1868)

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Florentinu

minder  wichtigen  einen  geringeren  psychischen  Anstoss,  dem  zufolge
die  Muskeln  die  Sprachorgane  nicht  in  die  entsprechend  nöthigen
Stellungen  bringen  und  dadurch  anstatt  der  beabsichtigten  die  flüchtigeren ­
  Laute  niederer  articulatorischeri  Stufe  hervorgebracht  und
gehört  werden;  in  der  Richtung  «  —  o  (e,  e),  u  (Li);  z.B.  potere—
putere;  mOrire  —  murire;  vei—vii  e  (aste)  -i;  romanu  —  ramamr,
  ne  dai  —  nt  se  da  —  nt  d  da.  nil  da,  ni  i  da  vi  Je  da:
ebenso:  ve  lud.  —  vi  se  (l,  i,  o,  le)  lad;  etc.
4.  Ebenso  wurden  die  Lippen  nicht  geschlossen  und  blieb  nur
der  Mechanismus  des  Vocals  u:  habent  —  au,  faber—  fattru.
5.  Mit  dem  Fortschritt  der  Bildung  der  Seele  steigt  auch  die
Raschheit  ihrer  diesbezüglichen  Functionen;  sie  eilt  beständig  dem
folgenden  ihr  wichtigeren  Momente  zu,  und  da  überfliegt  sie  die  ihr
unwichtigen  ohne  den  Muskeln  Zeit  zu  gönnen,  die  Sprachorgane
wenn  auch  entsprechend  dem  geringen  psychischen  Anstoss  nur  in
die  ihrer  indifferenten  articulatorisch  nächstfolgenden  Stellungen  zu
versetzen.  Ja  sie  versäumt  gänzlich,  auch  nur  irgend  einen  psychischen ­
  Anstoss  zu  gehen.  Die  natürliche  Folge  hievon  ist,  dass  die
Muskeln  die  Sprachorgane  gar  nicht  in  die  entsprechenden  Stellungen
versetzen.  Dies  ist  der  wirkliche  Vorgang  des  „Laut-Ausfalls“,  der
„Laut-Verstummung“,  der  „zerstörenden  Wirkung  des  Accents“.
Die  Grammatik  kann  darüber  nicht  besonders  erfreut  sein:  aber  der  in
Bildung  begriffene  Geist  eilt  seines  Weges  mit  potenzirter  Schnelligkeit ­
  und  zerstört  wirklich  die  ihn  in  seinem  höheren  Fluge  hemmenden ­
  Hindernisse.  Beispiele  sind  hier  überflüssig.  Alle  europäischen
und  sonstigen  Cultursprachen  zeugen  hiefür  in  glänzender  Weise.
6.  Der  Übergang  der  Sprachorgane  aus  einer  Stellung  in  die
andere  ist  ein  continuirlicher;  wenn  nun  während  dieses  Überganges
das  Tönen  fortgesetzt  und  so  auch  gehört  wird,  so  kann  es  geschehen,
dass  dieser  Übergangslaut  als  ein  bestimmter  Sprachlaut  unterschieden, ­
  angesehen,  und  später  bewusst  articulirt  werde,  so  aus  der
indifferenten  und  aus  der  Stellung  der  labialen  p,  b,f,v,m,  in  die  des  e
tritt  die  Übergangsstellung  des  i,  in  die  des  o  die  Übergangsstellung
des  ii;  eben  so  aus  der  Stellung  des  u  —  ©  —  a,  a  —  ©—  u;  i—  *  —  e,
i—e  —  a;etc.  Z.  B.  biet,  pie!e,fiera,vierme,miere,  ital  .pUu,buono,
fuori,  vuole,  mUore;  miine,  piine  („Daciea“  bei  Pelimon)  etc.
Eben  so  kann  der  Laut,  in  welchem  die  deutlich  vernehmbar
auszusprechenden  Consonanten  „explodiren“  als  normaler  Vocal
            
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