Der psychische Moment in der Sprachlaulveränderung.
341
Der psychische Moment.
Wo in Folge grammaticaliseher oder lexicaliseher Wortbildungen
articulatorisch verschiedene Meclianismen unmittelbar nach einander
zu vollziehen kommen, tritt der psychisch wichtige Moment
der Veränderung ein, die auf acht Punkte gebracht werden kann.
1. Die Seele hat vom „accentuirten“, öfter gehörten und hervorgebrachten,
grammaticalisch oder lexicaliseh wichtigen oder endlich
eine literarische Autorität besitzenden, Laute eine lebhaftere Vorstellung,
gibt demnach den betreffenden motorischen Nerven und
durch diese den entsprechenden Sprachorganen für dessen Artieulirung
einen entsprechend energischeren psychischen Anstoss,
dem zufolge von den wegen der gewöhnlichen, beziehungsweise gesteigerten
Raschheit gleichzeitig in Fluss gerathenen Mechanismen
blos die des psychisch wichtigsten, markirtesten Lautes vollständig
ausgeführt, diejenigen articulatorisehen Elemente der psychisch minder
wichtigen Laute, welche mit denselben in Widerstreit gerathen,
verhindert werden, wodurch von dem beabsichtigten verschiedene
Laute articulirt und gehört werden.
Dieser ist der wirkliche Vorgang dessen, was die Veränderung
der Laute durch einander genannt wird.
In der romänischen Sprache sind die folgenden zu erwähnen:
je
ji
ö' 1
'ilife
gli(i)i
c(ije
c(i)t
wird :
je
3 l
ghe, dje
glii, dji
ghe
glu
ce
ci
aus
ke
Id
ve
vi
wird:
che, ce
chi, ci
ve
vi
Der erörterte psychisch-physiologische Einfluss wirkt auch über
inmitten sich belindende, so zu sagen neutrale, Mechanismen, articulatorisch
modificirend; so aus i-(nt)-e wird i( nt)e, aus i(n)i
wird i(n)i etc.