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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 59. Band, (Jahrgang 1868)

Der  psychische  Moment  in  der  Sprachlaulveränderung.

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Der  psychische  Moment.

Wo  in  Folge  grammaticaliseher  oder  lexicaliseher  Wortbildungen ­
  articulatorisch  verschiedene  Meclianismen  unmittelbar  nach  einander ­
  zu  vollziehen  kommen,  tritt  der  psychisch  wichtige  Moment
der  Veränderung  ein,  die  auf  acht  Punkte  gebracht  werden  kann.
1.  Die  Seele  hat  vom  „accentuirten“,  öfter  gehörten  und  hervorgebrachten, ­
  grammaticalisch  oder  lexicaliseh  wichtigen  oder  endlich ­
  eine  literarische  Autorität  besitzenden,  Laute  eine  lebhaftere  Vorstellung, ­
  gibt  demnach  den  betreffenden  motorischen  Nerven  und
durch  diese  den  entsprechenden  Sprachorganen  für  dessen  Artieulirung
einen  entsprechend  energischeren  psychischen  Anstoss,
dem  zufolge  von  den  wegen  der  gewöhnlichen,  beziehungsweise  gesteigerten ­
  Raschheit  gleichzeitig  in  Fluss  gerathenen  Mechanismen
blos  die  des  psychisch  wichtigsten,  markirtesten  Lautes  vollständig
ausgeführt,  diejenigen  articulatorisehen  Elemente  der  psychisch  minder ­
  wichtigen  Laute,  welche  mit  denselben  in  Widerstreit  gerathen,
verhindert  werden,  wodurch  von  dem  beabsichtigten  verschiedene
Laute  articulirt  und  gehört  werden.
Dieser  ist  der  wirkliche  Vorgang  dessen,  was  die  Veränderung
der  Laute  durch  einander  genannt  wird.
In  der  romänischen  Sprache  sind  die  folgenden  zu  erwähnen:

je
ji
ö' 1

'ilife

gli(i)i
c(ije
c(i)t

wird  :
je
3 l
ghe,  dje
glii,  dji
ghe
glu
ce
ci

aus
ke
Id
ve
vi

wird:
che,  ce
chi,  ci
ve
vi

Der  erörterte  psychisch-physiologische  Einfluss  wirkt  auch  über
inmitten  sich  belindende,  so  zu  sagen  neutrale,  Mechanismen,  articulatorisch ­
  modificirend;  so  aus  i-(nt)-e  wird  i(  nt)e,  aus  i(n)i
wird  i(n)i  etc.
            
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