Geschichtliches über einige Seelenzustände und Leidenschaften. 311
men, ist den Wegen des Gesetzes zuwider. Wer durch diese zwei
Dinge sich verfehlt, ist nur ein Wicht, der nicht verdient, dass er
mit den Anderen in Einer Reihe steht. — Sofort trieb er die Pferde
an und fuhr bei dem Tliore hinaus i).
Tien, der Sohn Wang-tao’s, war von Gemüthsart hochmüthig
und fahrlässig. Er hielt sich nicht an die Vorschriften der Gebräuche.
Sie-wan begab sich einst zu Tien. Nachdem er eine kleine Weile
gesessen, trat Tien sofort in das Innere. Wan glaubte, dass Jener
ihn gewiss mit Auszeichnung behandeln werde und zeigte eine ziemlich
freudige Miene. Tien wusch nach längerer Zeit sein Haupthaar
und ging hinaus. Er stützte sich auf ein Bett von Hu in der Vorhalle,
legte das Haupthaar bloss, und die Stimmung seiner Seele war Hochmuth.
Schliesslich dachte er nicht daran, als VVirtli des Gastes aufzutreten.
Wan kehrte entrüstet zurück 2 ).
Wang-hoei-tschi führte den Jünglingsnamen Tse-yeu. Er war
von Gemüthsart übergreifend und ungezügelt. Als Einer von Dreien
in dem Kriegsheere hei dem grossen Vorsteher der Pferde Iloan-wen,
hatte er ein zerzaustes Haupt, einen losen Gürtel und erledigte nicht
die Geschäfte des Versammlungshauses. Er war ferner Einer von
Dreien in dem Kriegsheere für die Wagen und Reiter bei Hoantsehung.
Dieser fragte ihn: Welche Abtheilung gehört zu deinem
Amte ?
Er antwortete: Mir scheint, es ist die Abtheilung der Pferde.
Jener fragte wieder: Wie viele Pferde besorgst du?
Er antwortete: Ich kenne nicht die Pferde. Auf welche Weise
sollte mir die Zahl bekannt sein ?
Jener fragte wieder: Sind verhältnissmässig viele Pferde verendet?
Er antwortete: Ich kenne noch nicht die lebendigen. Wie sollten
mir die todten bekannt sein?
Er begleitete einst Tschung auf dessen Umzügen, als sie von
einem heftigen Regen überrascht wurden. Hoei-tschi stieg in Folge
i ) Das Buch der Tsin.
z ) Das Buch der Tsin.