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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 59. Band, (Jahrgang 1868)

Geschichtliches  über  einige  Seelenzustäude  und  Leidenschaften.  305
mache  ich  zu  Beinkleidern.  Ihr  hättet  nicht  in  das  Innere  eintreten
sollen,  warum  seid  ihr  da  noch  ungehalten?  —  Sein  Selbstvertrauen
war  so  gross  >).

Hu-mu-fu-tschi  begab  sich  nach  Ho-nan  und  wollte  unter  dem
Tliore  Wein  trinken.  Wang-tse-pö,  ein  Kriegsmann  von  Ho-nan,
sass  mit  ausgestreckten  Beinen  neben  ihm.  Fu-tschi  schrie  ihn  an
und  hiess  ihn  Feuer  holen.  Tse-pö  sprach:  Ich  bin  ein  Kriegsmann.
Es  liegt  mir  daran,  nicht  meinen  Dienst  zu  versäumen.  Wie  könnte
ich  für  einen  Menschen  einen  Auftrag  übernehmen?  —  Fu-tschi
liess  sich  mit  ihm  in  ein  Gespräch  ein  und  sagte:  Ich  gehe  nicht
so  weit.  —  Er  sprach  aus  diesem  Anlasse  mit  dem  Reichsgehilfen
von  Ho  -  nan  und  bewirkte,  dass  Jener  zu  einem  verdienstvollen
Richter  ernannt  wurde a ).

Pei,  der  ältere  Bruder  Tschin-kien’s,  hatte  in  dem  Zeitalter
einen  Namen.  Er  stand  in  nahem  Verkehr  mit  Yuen,  Lehensfürsten
von  Hia.  Yuen  begrüsste  dessen  Mutter.  Kien  war  um  die  Zeit  ein
innerer  Leiter  des  Kriegsheeres.  Als  er  erfuhr,  dass  Yuen  sich  mit
seinem  Hause  in  Verbindung  gesetzt  hatte,  freute  ihn  dies,  und  er
kehrte  heim.  Als  er  bei  der  Thüre  hereingekommen  war,  sprach
Yuen:  Ich  schliesse  mich  ihm  an,  und  er  ist  noch  nicht  hierher  gekommen. ­
  —  Kien  stand  eben  an  der  Thüre.  Nach  längerer  Zeit
sprach  er:  Es  ist,  wie  du,  o  Gebieter,  sagst.  —  Sofort  trat  er  mit
schnellen  Schritten  hinaus.  Seine  Gemüthsstimmung  war  dieselbe
geblieben.  Yuen  erkannte  dies  hieran  vollständig 3 ).

Li-II  war  ein  Eingeborner  von  Yen-men.  Derselbe  war  von
Gemüthsart  hochmüthig.  Er  verliess  sich  auf  die  Gunst  und  ging  bei
dem  Ausmasse  der  Gebräuche  nicht  voran.  So  oft  er  sich  vor  dem
KaiserTai-tsu  befand,  benahm  er  sich  nachlässig,  sass  mit  ausgestreckten ­
  Beinen  und  zeigte  keine  Hochachtung.  Er  lachte  und  spuckte  aus,
wie  es  ihm  beliebte.  Tai-tsu  wartete,  bis  dies  zu  arg  ward  und  liess

J )  Die  von  Teng-tsan  verfasste  Geschichte  von  Tsin.
2 )  Die  von  Teng-tsan  verfasste  Geschichte  von  Tsin.
5 )  Der  von  Si-tsö  -tschi  verfasste  Frühling  und  Herbst  von  Han  und  Tsin.
            
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